06.02.2004

50 HERTZ

"Powerline" klagt Amateurfunker

Mit einiger Spannung wurden die Ergebnisse einer Kontrollmessung des Fernmeldebüros Oberösterreich erwartet, die vom Betreiber des Linzer Powerline-Projekts heute bekanntgegen wurden.

Ein "außergewöhnlich gutes Ergebnis", sagte Johannes Hanetseder, Jurist bei der Linz-Strom auf Anfrage. Auch aus dem Fernmeldebüro OÖ verlautet, dass nur geringe Störungen vorgelegen waren.

Bestätigen konnte Hanetseder, dass über eine Wiener Anwaltskanzlei gegen Michael Zwingl, den Präsidenten des österreichischen Versuchssender-Verbands [OEVSV] und den Verband selbst Klage unter anderem wegen Kreditschädigung eingereicht worden sei.

Über das Ausmaß der Forderungen konnte auch der Beklagte, den die fuzo an seinem Urlaubsort im südlichen Pazifik erreichte, keinerlei näheren Angaben treffen, da die Klage noch nicht zugestellt worden sei. Zwingl bleibt seinen Aussagen über das Linzer "Internet-aus-der-Steckdose"-Projekt, das diese Klage ausgelöst hatte.

Powerline und Katastrophenschutz

Wie schon nach der ersten Messrunde im Dezember, in der das Fernmeldebüro Störungen des Funkverkehrs durch den Betrieb der Powerline-Modems festgestellt hatte, gehen die Aussagen von Powerline-Betreibern und den gleichfalls anwesenden Messtechnikern des OEVSV nahezu diametral auseinander.

Zwar sei der Störpegel bei Tests mit dem neuen Modem nicht mehr ganz so hoch gewesen, ein festgestellter Anstieg um 20 bis 30 db nach dem Einschalten des Modems reiche immer noch aus, um jeden Funkverkehr völlig zuzudecken.

"Amateure", die Profis sind

Entgegen allen Assoziationen, die der Begriff "Amateurfunker" heraufbeschwört, besteht die weitaus größte Zahl dieser "Amateure" aus gestandenen Professionals: Nachrichten- und Fernmeldetechniker von Bundesheer, Rotem Kreuz und anderen Hilfsorganisationen, Siemens, der Telekom Austria, der Handynetz-Betreiber, dem ORF und einer großen Zahl kleinerer Firmen.