23.12.2003

ÖSTERREICH

"Internet aus der Steckdose abgedreht"

"Unter der Geschäftszahl 102413-JD/03" teilte das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie der Linz Strom AG mit, dass aufgrund vorliegender Messprotokolle, die durch den Betrieb von Power Line Communication verursachte Störung des Kurzwellenbandes einzustellen sei, heisst es in einer Aussendung des österreichischen Versuchsender-Verbands.

Den Fall ins Rollen gebracht habe eine Anzeige des Roten Kreuzes Bei einer Katastrophenschutzübung im Mai 2003 war der Funkverkehr des Rettungsdienstes massiv durch Powerline gestört worden. Messungen hätten ergeben, dass die erlaubten Abstrahlwerte um das Zehntausendfache überschritten wurde.

Diese Anordnung des Verkehrsministeriums bedeute nicht nur das Ende des Linzer Pilotversuchs, sondern auch das Ende des Einsatzes dieser Technologie in Österreich, zumal die Störung des Funkverkehrs an allen Einsatzorten von Powerline [PLC] gegeben sei.

Die Stellungnahme der Linz AG erscheint im Lauf des Mittwoch Nachmittags in der fuzo.

Troubles in der Powerline

Weitgehend erledigt hat sich der Internet-Zugang über die Steckdose freilich durch die Macken der tecnologie selbst und die Gegebenheiten des Markts. Angesichts des WLAN-Booms war das Argument, mit Powerline erübrige sich die lästige Verkabelung des Heimnetzwerks, obsolet.

Fallende Preise bei allen Breitbandzugängen führten schon früher dazu, dass die Lieferanten für Powerline- Technologie nacheinander absprangen

Den Funkamateuren vom ÖVSV [Österreichischer Versuchssender Verband] liegen Messprotokolle der österreichischen Fernmeldebehörde vor, die belegen, dass der Betrieb die PLC-Technologie breitbandig Frequenzen zwischen zwei und 30 Mhz abstrahlt.