10.03.2004

STECKDOSE

Regionalversorger MVV schreibt Powerline ab

Der Mannheimer Regionalversorger MVV Energie schreibt 31 Millionen Euro auf sein defizitäres Projekt Powerline ab und hat die Investitionen in das "Internet aus der Steckdose" gestoppt.

Dessen Ausgliederung in eine eigene Gesellschaft sei "der erste Schritt bei der strategischen Fokussierung der MVV auf ihr Kerngeschäft - und gleichzeitig der größte, was die finanzielle Belastung angeht", sagte der neue Vorstandschef Rudolf Schulten am Mittwoch nach einer Sitzung des Aufsichtsrats.

Powerline solle innerhalb der Power Plus Communications AG [PPC], an der MVV 50,31 Prozent hält, in schwarze Zahlen geführt werden, teilte MVV weiter mit. Dazu solle PPC weitere Stadtwerke und Netzbetreiber als Kunden für Powerline gewinnen.

Die meisten Energiekonzerne, die ebenfalls große Erwartungen in das Geschäft mit Internet-Zugängen über das Stromnetz gesetzt hatten, haben sich längst davon verabschiedet. MVV Energie hat dafür statt der erwarteten 15.000 nur 4.000 Kunden gewonnen. In MVV-Kreisen hieß es, PPC solle langfristig verkauft werden.

Die MVV-Tochter MANet, die in Mannheim Powerline vertrieben hatte, soll entschuldet werden und sich auf das Telekom-Geschäft für Geschäftskunden konzentrieren. In der Telekommunikation habe MVV 2003 sieben Millionen Euro Verlust erwirtschaftet.