08.04.2004

LKW

Maut-Ausweitung "technisch kein Problem"

Der Vorstoß von Infrastruktur- und Verkehrsminister Hubert Gorbach [FPÖ] von Mittwoch, die Lkw-Maut auch auf Ausweichrouten auszudehnen, ist laut Zulieferer Kapsch zumindest technisch kein Problem.

Sollte sich herausstellen, dass die Mautflucht ein "signifikantes Problem" bleibe, sei eine Ausdehnung des heimischen Mautsystems "zu sinnvollen Kosten" ohne Probleme möglich, sagte Erwin Toplak, Chef von Kapsch TrafficCom, welches das Autobahnmautsystem in Österreich errichtet hat.

Entweder bei den Bordgeräten [GO-Boxen], bei der Logik des Systems oder bei der Infrastruktur müssten zwar Änderungen vorgenommen werden.

Auf zahlreichen [ehemaligen] Bundesstraßen gebe es aber bereits Überkopfwegweiser, zudem könnten die Sensoren auch an der Straßenseite montiert werden.

Flächendeckend kein Problem

Die Kosten würden daher "sicher in Relation zum Resultat - den zusätzlichen Mauteinnahmen und dem Lenkeffekt - stehen", so Toplak weiter.

Toplak hält auch eine flächendeckende Lkw-Maut, die Gorbach am Mittwoch als "Fernziel" bezeichnet hatte, für technisch ohne Schwierigkeiten machbar. "Dafür gibt es genügend Lösungen, die bereits in Betrieb sind", so Toplak.

Auch die bisherigen Mauteinrichtungen könnten in ein flächendeckendes System eingebunden werden. Letztlich sei das nur "von den politischen Vorgaben abhängig".

Die geltende EU-Mautrichtlinie [Wegekostenrichtlinie] würde eine flächendeckende Lkw-Maut eigentlich verbieten. Zulässig sind Lkw-Mauten demnach nur auf vierspurigen oder breiteren Straßen mit Mitteltrennung.

Nur auf stark belasteten Ausweichrouten, auf denen durch den zusätzlichen Lkw-Verkehr die Straßensicherheit gefährdet werde, seien ebenfalls Mauten erlaubt, heißt es aus dem Verkehrsministerium.

Keine technischen Probleme

Laut einer ersten Zwischenbilanz läuft das Mautsystem hier zu Lande bis dato klaglos. Die Einnahmen würden nahezu exakt im angepeilten Plan liegen, erklärte Klaus Schierhackl, Leiter des Bereichs Maut in der Autobahngesellschaft ASFINAG Ende März.

Technische Probleme hat es nach Aussagen des Mautbetreibers Europpass kaum gegeben. Europpass-Chef Christian Newole gab lediglich vereinzelte Ausfälle bei der Erfassung durch die Mautbalken und beim Abruf der detaillierten Fahrtenauflistung via Internet an.

Ein maßgeblicher Teil der Erfassungsprobleme sei außerdem auf Fehler der Fahrer - etwa beim Anbringen der GO-Box - zurückzuführen. So funktioniere die GO-Box nicht mehr, wenn sie verkehrtherum angebracht wird.