07.04.2004

DRAHTLOS

Wireless LAN keine Bedrohung für UMTS

Trotz des aktuellen Booms von WLAN-Hotspots, die drahtlosen Internet-Zugang erlauben, soll Wireless LAN die Mobilfunktechnologie UMTS nur in geringem Ausmaß kannibalisieren.

Wegen der begrenzten Ausdehnung der Funkinseln im Vergleich zu den flächendeckenden UMTS-Netzen könne nur ein kleiner Teil des Handymarktes durch WLAN abgedeckt werde, geht aus einer aktuellen Studie des Unternehmensberaters Booz Allen Hamilton hervor.

Nur ein bis zwei Prozent des Mobilfunkumsatzes

"Auch wenn es einem Betreiber gelingt, durch geschickte Positionierung von Hotspots signifikante Teile der innerstädtischen Datennutzung zu erreichen, kann WLAN damit dennoch nur ein bis zwei Prozent des Gesamtumsatzes in der Mobilkommunikation adressieren", glaubt der Telekom-Experte von Booz Allen Hamilton, Christian Fongern.

In privaten Haushalten könne sich WLAN allerdings zu einem dominierenden drahtlosen Netz entwickeln, das PC, Stereoanlage und Fernseher zu einer Multimedia-Einheit verbindet.

Den Umsatz im Mobilfunkbereich in Österreich schätzt der Unternehmensberater für 2005 auf 2,8 Mrd. Euro, wovon 2,5 Mio. Euro auf Sprach- und 300 Mio. Euro auf Datendienste entfallen. Das mit WLAN adressierbare Marktvolumen betrage höchstens 45 Mio. Euro, prognostiziert Fongern.

Keine Kostenvorteile für Betreiber

Weiters biete WLAN kaum signifikante Kostenvorteile gegenüber UMTS, meint Booz Allen Hamilton. Die jährlichen Gesamtkosten für einen WLAN-Hotspot würden rund 8.200 Euro betragen, bei einer UMTS-Basisstation müsse man mit jährlichen Kosten von 9.000 bis 12.000 Euro rechnen, wobei UMTS mit deutlich größeren Zellen arbeite, die zusätzlichen Verkehr transportieren könnten.