20.03.2004

DEUTSCHLAND

Mobilfunker wollen Begriff "UMTS" kippen

Über die 3G-Mobilfunktechnik UMTS ist auf der CeBIT zwischen den vier deutschen Mobilfunknetzbetreibern eine neue Diskussion entbrannt.

In der Branche herrscht nun Uneinigkeit, wie sie künftig mit dem inzwischen weitläufig bekannten Begriff UMTS umgeht. Während die meisten Netzbetreiber die gebräuchliche Abkürzung für den weltweiten Mobilfunkstandard Universal Mobile Telecommunications System am liebsten aus dem Sprachgebrauch entfernen möchten, setzt die deutsche Tochter von Vodafone ganz bewusst auf UMTS als Schlagwort und Markenzeichen.

"Wir wollen aufhören, unseren Kunden Techniken zu verkaufen", kündigte der Chef der Deutschen-Telekom-Tochter T-Mobile, Rene Obermann, auf der CeBIT an. "Wir werden deshalb in Zukunft auf Begriffe wie UMTS, GPRS, WLAN, WAP, GSM oder D-Netz verzichten."

UMTS "marketingtechnisch" out

Mit der Tilgung von UMTS aus dem T-Mobile-Sprachgebrauch könnte künftig auch der bisher in der Öffentlichkeit vorherrschende Eindruck von UMTS schwinden: Eine Technik, für die die Branche seit dem Jahr 2000 allein in Europa weit über 100 Milliarden Euro ausgab, die aber auf Grund schwerwiegender Probleme erst mit mehr als einjähriger Verzögerung auf den Markt kommt.

Und bis dato wird über mangelnde Qualität und Verfügbarkeit der neuen UMTS-Mobiltelefone geklagt. Skeptiker bezweifeln gar, dass sich für einige Anbieter die Investitionen auf mittlere Sicht überhaupt rentieren und sich weitere Unternehmen wie Mobilcom oder Quam aus dem Geschäft zurückziehen.

Auch beim kleinsten deutschen Netzbetreiber O2 steht das Kürzel UMTS auf der Streichliste. "Wir werden UMTS marketingtechnisch künftig nicht verwenden", sagt O2-Chef Rudolf Gröger. Wie bei T-Mobile soll die Buchstabenkombination dem Begriff Multimedia weichen. Statt einer Technik solle künftig Geschwindigkeit im Vordergrund stehen und mit Begriffen wie "Zukunft" und "Value" assoziiert werden.

Vodafone will auf Begriff "UMTS" nicht verzichten

Wenn der Begriff wegfalle, werde bei den Kunden Konfusion herrschen. "Ich habe meine Zweifel, ob es nicht zu spät ist, jetzt diese vier weithin bekannten Buchstaben zu streichen." Vodafone werde dies nicht tun, sagte von Kuczkowski.

E-Plus, der drittgrößte Anbieter der Branche, sieht sich in einer Reihe mit den Gegnern des Begriffs UMTS. "Wir wollen bei Privat- und Geschäftskunden weg von den vier Buchstaben UMTS", heißt bei dem Düsseldorfer Unternehmen. "Denn dem Kunden ist es letztlich völlig egal, welche Mobilfunktechnik er nutzt", sagte eine Sprecherin. Und vielfach steht UMTS zum Nachteil der Branche in der Öffentlichkeit vor allem für eins: zu teuer."