"Schlaue" Minen zerstören sich selbst
Trotz einer UNO-Resolution gegen den Einsatz von Landminen wollen die USA weiter in die Entwicklung "schlauer" Minen investieren.
Solche Minen, die darauf programmiert sind, sich selbst zu zerstören, und damit die mühsame und gefährliche Räumung von Minenfeldern vermeiden sollen, werden von den USA bereits seit längerem eingesetzt.
Zukünftige Minen sollen die Selbstzerstörung aber nicht mehr über eine batteriebetriebene interne Uhr bewältigen, sondern über Funk ansprechbar und mit Netzwerksensoren ausgerüstet sein. Damit sollen sie einem US-Erlass entsprechen, der verlangt, dass alle Minen von den US-Militärs aufgespürt und entschärft werden können.
Ein Pentagon-Sprecher führte dazu aus, dass die Minen über kodierte Signale ansprechbar seien und damit auch ihre Platzierung ausgemacht werden könne. Technische Details wollte er nicht nennen.
Das US-Militär setzt nach eigenen Angaben seit 1991 keine Minen mehr ein. Im Irak wurden vielmehr erstmals digitale Truppenverfolgungs- und Kommunikationssysteme getestet.
Das Schlachtfeld wird digitalSystem mit Schönheitsfehler
Eine Möglichkeit wäre, dass die Minen ein Funksignal aussenden, dessen Frequenz nur die US-Streitkräfte kennen.
Um die Mine abschalten zu können, müssten die Soldaten mit dem passenden Passwort antworten. Verminte Felder könnten derart nur für den Bedarfsfall scharf gemacht werden.
Ein solches System birgt jedoch auch Risiken. Sollte Technik oder Zugangsdaten in die falschen Hände fallen, wären die Minen der unkontrollierten Manipulation ausgeliefert.
Zudem sind Minen meist vergraben und das Funksignal könnte zu schwach werden, um ausreichend empfangen werden zu können. Dadurch entsteht die Gefahr, dass nicht alle Minen über Funk angesprochen werden können.
Bereits jetzt versagen "schlaue" Minen mitunter bei der Selbstzerstörung. Dadurch müssen wieder Suchtrupps ausgeschickt werden, um die verminten Gebiete zu säubern.
Roboterschwärme gegen Minenfelder"Schlaue" Munition von Menschen gesteuert
Neben dem "selbstheilenden" Minenfeld, bei dem Anti-Panzer-Minen ständig über Funkverbindungen ihre Entfernungen miteinander kommunizieren und sich selbstständig neu anordnen, forscht die DARPA [Defense Advanced Research Projects Agency] auch an der Verknüpfung von Anti-Panzer-Minen.
Diese Wide-Area Munition [WAM] hat akustische und seismische Sensoren, um bewaffnete Fahrzeuge zu erkennen und zu zerstören. In einem gemeinsamen Netzwerk könnten die Minen dann automatisch Konvois melden und Ziel nehmen.
Zukünftige Munition soll vermehrt von Menschen über einen Computer gesteuert und bei Bedarf abgefeuert werden können. Ein entsprechender Plan des US-Militärs beinhaltet ein System namens Spider, das mit Satellitenortungssystem und Funk ausgestattet ist. Spider soll Hindernisse anzeigen sowie selbsttätig den besten Weg zum Feind finden können.
Spider könnte 2006 in Produktion gehen, ein entsprechender Vertrag wurde bereits unterzeichnet. Bis 2009 sollen 290.000 Spider für insgesamt 530 Mio. USD hergestellt werden.
Vernetzte Panzerminen ordnen sich selbst an
