19.03.2004

VOR FINALE

Time Warner will AOL abstoßen

Im Medienkonzern Time Warner wird mittlerweile laut darüber nachgedacht, den offenbar nicht sanierbaren Verlustbringer America Online [AOL] abzustoßen.

Unternehmenschef Richard Parsons werde "die strategische Bedeutung eines weiteren Festhaltens an der verlustreichen Sparte abwägen", die Angelegenheit habe "oberste Priorität". Dies berichtet das "Wall Street Journal Europe" am Freitag unter Berufung auf Parsons-Vertraute.

Eine definitive Entscheidung sei noch nicht gefallen, da Analysen der Geschäftsfelder für den neuen Business Plan noch in Gange seien. Andere Vorstände des Konzerns erachteten eine Trennung von AOL zum jetzigen Zeitpunkt als zu früh.

Die Gerüchte vom Mittwoch

Bereits am Mittwoch hatten in New York Gerüchte die Runde gemacht, wonach bei der Investmentbank Goldman Sachs im Auftrag von Time Warner bereits strategische Alternativen für AOL ausgearbeitet würden.

Ein Time-Warner-Sprecher hatte dies nicht kommentieren wollen und den Inhalt des Berichtes als Spekulation bezeichnet.

AOL hatte Time Warner im Jänner 2001 für 112 Mrd. USD [91,3 Mrd. Euro] übernommen. Der Übernahme war ein dramatischer Kurssturz gefolgt, zuletzt saß AOL auf einem Schuldenberg in Milliardenhöhe.