"AOL wird Pay-TV des Internet"
Time-Warner-Chef Richard Parsons plant seine Internet-Sparte AOL radikal umzubauen. "AOL muss sein Geschäftsmodell verändern", sagte der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Medienkonzerns der "Financial Times Deutschland" von heute.
Nach Parsons' Vorstellungen soll AOL zum "Pay-TV des Internet" werden. Bisher verdient AOL vor allem an den Gebühren für den Internetzugang.
"Wir müssen AOL zu einem Produkt machen, das die Kunden auch dann kaufen, wenn sie über einen anderen Anbieter Zugang ins Internet bekommen", sagte Parsons. Das sei der "Schlüssel für langfristiges Wachstum".
Böses Quartal drei
Im dritten Quartal dieses Jahres hatte AOL neben dem schwachen
Werbemarkt auch mit rückläufigen Abonnentenzahlen zu kämpfen. Die
Werbeeinnahmen waren zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent
eingebrochen, und AOL verlor verglichen mit dem zweiten Quartal
688.000 Abonnenten. Der Medienkonzern Time Warner hat das Kürzel AOL
im Oktober aus seinem Namen gestrichen.
Neue Entlassungen bei AOLGelingen "noch fraglich"
AOL müsse anfangs Inhalte wie Nachrichten oder Musik einkaufen, sagte Parsons. "Kleine, exklusive Extrazusätze" sollten dieses Bündel ergänzen. "Ich denke, 2004 finden wir heraus, ob wir die Formel eines überzeugenden Breitband-Produkts gefunden haben."
Ob AOL der Umbau zum Abonnementdienst gelingt, sei noch "fraglich", schränkte Parsons ein. Auch über die Akzeptanz der neuen Version AOL 9.0 wagte er keine Prognose: Der Anfangsabsatz sei viel versprechend, "aber ich kann nicht sagen, dass wir darauf vertrauen, das Problem in jedem Fall gelöst zu haben".
Positiv beurteilte Parsons die Entwicklung der TV-Kabelsparte. Sie werde wahrscheinlich in den kommenden drei bis fünf Jahren bei Umsatz und Ertrag zweistellige Zuwachsraten erzielen.
