Die IT-Woche im Überblick
Die Online-Durchsuchung von Computern soll auch nach Österreich kommen, China steht wegen angeblicher Hack-Versuche weltweit unter Beschuss, und Apple-Chef Steve Jobs entschuldigt sich bei den iPhone-Käufern - das war die Woche von 2. bis 8. September.
Nachdem Innenminister Günther Platter [ÖVP] nach eigenen Aussagen bereits seit längerem die Diskussion rund um die Online-Durchsuchung in Deutschland beobachtete, soll diese nun auch in Österreich Einzug halten.
Kurz vor der Festnahme mutmaßlicher Attentäter in Deutschland gab Platter im Rahmen eines Treffens mit Kollegen aus Deutschland, der Schweiz und Liechtenstein bekannt, mit diesen Ländern eine Arbeitsgruppe zum Thema Online-Durchsuchung zu gründen.
Über das Internet würden unglaubliche kriminelle Dinge geschehen. "Es wäre fatal, wenn wir nichts täten. Wir müssen mit den Verbrechen Schritt halten können", erklärte er. In der Arbeitsgruppe solle nun geprüft werden, was "machbar" sei, so Platter.
Zustimmung oder zumindest Diskussionbereitschaft wurde von mehreren politischen Seiten gezeigt, alleine Justizministerin Maria Berger [SPÖ] war über den Einsatz eines Spionage-Trojaners bisher nicht ganz so begeistert.
In Deutschland bröckelt mittlerweile die Front der SPD gegen den so genannten Bundes-Trojaner, mit dem Innenminister Wolfgang Schäuble [CDU] potentiellen Terroristen auf die Spur kommen will.
Auch die geplante Fluggastdatensammlung in der EU hat durch die neuen Terrorpläne erwartungsgemäß an Fahrt gewonnen.
China unter Hack-Verdacht
China steht mittlerweile unter Verdacht, nicht nur deutsche Regierungsrechner mit einer Spionagesoftware infiziert zu haben, auch Rechner des US-Verteidigungsministeriums und der britischen Regierung sollen von chinesischen Hackern angegriffen worden sein.
Wie die "Financial Times" am Dienstag unter Berufung auf US-Regierungsstellen schreibt, wurden bei einem Angriff im Juni Teile des EDV-Systems im Büro von US-Verteidigungsminister Robert Gates zum Absturz gebracht.
Der Vorfall habe in US-Verteidigungskreisen die Sorge ausgelöst, dass China in "entscheidenden Momenten" die US-Systeme außer Kraft setzen könne.
In allen drei Fällen wird vermutet, dass das chinesische Militär hinter den Angriffen steckt. China wies die Anschuldigungen umgehend von sich.
Wie schon bei Deutschland wurde der Angriff auf US-Rechner knapp vor einem Staatsbesuch des jeweiligen Regierungschefs in China bekannt.
Bonus für frühe iPhone-Käufer
Nachdem Apple am Mittwoch seinen jüngsten iPod mit Touchscreen vorgestellt hatte und Apple-Chef im Rahmen der Präsentation bekanntgab, den Preis des iPhones um 200 Dollar zu senken, brach unter den bisherigen iPhone-Käufern ein wahrer Proteststurm aus.
Diese hatten sich erst zwei Monaten zuvor stunden- bis tagelang in die Schlange gestellt, um sich beim Verkaufsstart ein iPhone für 599 US-Dollar zu sichern und fühlten sich abgezockt.
Nachdem Jobs in einer ersten Reaktion noch meinte, dass sei eben der Preis für neue Technologie, entschuldigte er sich am Donnerstag in einem offenen Brief für die Preissenkung und versprach den frühen iPhone-Kunden eine Gutschrift von 100 US-Dollar - einzulösen bei einem Einkauf in einem Apple-Geschäft oder im Online-Store.
Auch die Börse reagierte verstimmt auf die allzu schnelle Preissenkung des iPhones nach nur zwei Monaten.
Microsofts OOXML wird kein Standard
Auch Microsoft musste diese Woche eine schwere Schlappe einstecken: Vorerst ist der Software-Konzern damit gescheitert, sein Dateiformat Office Open XML im "Fast Track"-Verfahren von der ISO zertifizieren zu lassen.
Laut Ars Technica wird mittlerweile diskutiert, den Standardisierungsprozess bei der ISO zu überarbeiten, nachdem bekannt wurde, dass Microsoft finanzielle Incentives genutzt haben soll, um sich bei den Ausschussmitgliedern Stimmen zu sichern.
Das österreichische Komitee hatte im Abstimmungsprozess "Ja, mit Änderungsvorschlägen" gestimmt. Details zur Abstimmung hat das Österreichische Normeninstitut auf wiederholte Anfrage von ORF.at nicht bekanntgegeben.
