09.03.2004

UNFERTIG

Yline-Zwangsausgleich verschoben

Im Bilanzskandal um die 2001 Pleite gegangene Wiener Internet-Firma Yline ist derzeit kein Ende in Sicht.

Ein von Yline-Gründer Werner Böhm beantragter Zwangsausgleich ist nach einer mehrstündigen Gläubigerausschusssitzung am Montagabend in weite Ferne gerückt.

"Das Zwangsausgleichsanbot war nicht abstimmungsreif. Derzeit liegt kein klares, schlüssiges Erfüllungskonzept für einen Zwangsausgleich vor", sagte Christoph Vavrik vom Kreditschutzverband von 1870 [KSV].

Laut Gläubigerkreisen soll nicht nur offen sein, wie hoch die offenen Forderungen tatsächlich sind. Auch wie Böhm die notwendigen Mittel aufbringen will, soll völlig unklar sein. "Böhm hat zwar Namen genannt, das Ganze ist aber sehr diffus", meinte ein Gläubiger nach der Sitzung.

Weitere Forderungen

Die Summe der Forderungen wird sich jetzt laut Gläubigerkreisen voraussichtlich noch kräftig erhöhen. Die größte Forderung - jene über 16,1 Mio. Euro von IBM für die Lieferung von 35.000 Computern - hat der Masseverwalter nämlich noch nicht anerkannt.

Laut Gläubigerkreisen wird diese Feststellungsklage aber voraussichtlich nicht notwendig seien. Obwohl das ihre eigene Position im Insolvenzverfahren schwäche, hätten die übrigen Gläubiger den Masseverwalter bereits ermächtigt, die IBM-Forderung anzuerkennen, heißt es.

IBM und Ernst & Young haben am Dienstag jedenfalls - trotz Anfechtungsklagen des Masseverwalters gegen beide Unternehmen über in Summe 6,8 Mio. Euro - einstimmig betont, den Zwangsausgleich nicht finanzieren zu wollen.