Entscheidung über Zwangsausgleich
Im Bilanzskandal um die 2001 Pleite gegangene Wiener Internetfirma YLine könnte kommende Woche eine Vorentscheidung über einen Zwangsausgleich fallen.
Wie berichtet hat Ex-Yline-Chef Werner Böhm - gegen ihn und 21 weitere Personen wird wegen YLine auch strafrechtlich ermittelt - knapp zweieinhalb Jahre nach der Pleite einen Zwangsausgleichsantrag gestellt. Am Montag soll nun im Gläubigerausschuss über diesen Antrag beraten werden.
Ob der Zwangsausgleich tatsächlich zustande kommen wird, ist völlig offen.
Gestohlene Notebooks
Am Dienstag bestätigte die Staatsanwaltschaft Wien, dass im
Dezember 2002 zehn Notebooks kurz nach Sicherstellung aus einem
abgestellten PKW der Wiener Polizei gestohlen worden sind.
Die Notebooks sollen dem Yline-Management gehört haben.IBM droht mit Klage
Der Hauptgläubiger IBM, dessen Forderungen über rund 16 Mio. Euro der Masseverwalter bisher nicht anerkannt hat, hatte zuletzt erklärt: "Wenn der Zwangsausgleich wirklich droht, sprich wenn das Handelsgericht einen Tagsatzungstermin festsetzt, werden wir eine Feststellungsklage einbringen."
Damit würden sich die Verbindlichkeiten der YLine um weitere 16 Mio. Euro auf rund 24 Mio. Euro erhöhen. Da dem bisher nur ein Massevermögen von 2,4 Mio. Euro gegenübersteht, wäre die Mindestquote von 20 Prozent nach derzeitigem Stand nicht mehr erreichbar.
Neue, alte Finanzpartner
Böhm will laut "Standard" am Montag neue Finanzpartner
präsentieren, die ihm angeblich rund 2,4 Mio. Euro bereitstellen
werden. In Gläubigerschutzkreisen sind Böhms Partner unbekannt, es
soll sich aber um Firmen handeln, die seinerzeit zu YLine in engerer
Geschäftsbeziehung standen. Ende Februar hatteYline-Hauptgläubiger
IBM erklärt, nicht auf die Forderung über 16,069 Mio. Euro
verzichten zu wollen
Die IBM-Erklärung
