Störsender gegen Funkchip-Inflation
Der Boom von Funkchips, die bald auch alltägliche Konsumgütern markieren sollen, und deren mögliche Vernetzung steht seit langem in der Kritik der Datenschützer.
Vor allem die Gefahr, dass Daten dabei von Unbefugten ausgelesen und missbraucht werden könnten, bereitet den Experten dabei Kopfzerbrechen.
Der Sicherheitsspezialist RSA hat nun einen Blocker-Chip entwickelt, der verhindert, dass ein Lesegerät mit Funkchips versehene Produkte auslesen und identifizieren kann.
Von jedem unbemerkt auslesbar
So soll verhindert werden, dass die Waren [und somit
streckenweise auch deren Besitzer] nach einem Kauf unbemerkt weiter
verfolgbar sind.
Warnung vor Funkchip-InflationLesegerät mit Antworten überflutet
Jedes mit einem RFID-Tag versehene Produkt hat eine weltweit einmalige 96-bit Seriennummer.
Gerade durch diese einmalige Seriennummer wäre es nach Ansicht der Datenschützer in Leichtes, die Einkaufsgewohnheiten einzelner Konusmenten auszuspionieren. Dies soll der Blocker-Chip verhindern, wenn er in der Nähe der zu verschleiernden Funkchips angebracht ist.
Schiebt man etwa einen Wagen voller Waren zur Kasse liest das Lesegerät, das den RFID-Chip gleichzeitig mit Energie versorgt, dort alle Daten zu den Seriennummern nacheinander aus.
Der Blocker-Tag löst eine Art Denial-of-Service-Attacke beim Lesegerät aus, indem er eine unendliche Zahl auszulesender Funkchips simuliert. Der Störsender wirkt nur in nächster Umgebung.
Funkchips aufspüren
Der deutsche "Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und
unbewegten Datenverkehrs e.V." [FoeBuD] hat ebenfalls ein Tool zur
Sicherung der Privatspähre entwickelt. Der "Data-Privatizer" soll
RFID-Tags, die ja meist versteckt angebracht sind, auffinden und die
Informationen auslesen.
Funkchip-Kontrolle für KonsumentenBeim Kauf deaktivieren
Während sich Funkchip-Befürworter von dem jetzigen Ansatz eine Förderung der Akzeptanz der Technik erhoffen, sind Datenschützer jedoch mit solchen Lösungen nicht zufrieden.
So auch Ross Anderson, von der Cambridge University: "Die Konsumenten sollten sich nichts extra kaufen müssen. Der Funkchip sollte einfach noch im Geschäft entfernt werden."
Mit der Deaktivierung im Geschäft würde aber auch praktischer Nutzen der Technik wegfallen, argumentieren die Handelsgruppen.
So könnten in Zukunft Fertiggerichte der Mikrowelle mittels RFID-Chips die Zubereitungsinstruktionen übermitteln oder die Waschmaschine ihre Einstellungen über die jeweiligen Kleidungsstücke beziehen. Auch könnten Hausapotheken oder Kühlschränke den Nutzer schon vor dem Ablaufen eines Produktes informieren.
Metro führt Funk-Preisetiketten ein
