64 Bit am Desktop erst 2006 "relevant"
Nachdem Intel diese Woche eine 64-Bit-Lösung für den Server-Breich vorgestellt hat, die zur 64-Bit-Technik von AMD kompatibel ist, gibt sich der Branchenführer trotz fehlendem Prozessor-Pendant auf dem Desktop-Sektor selbstbewusst:
Die bereits von Apple und AMD eingeführten Desktop-64-Bit-Prozessoren werden laut William Siu, Intels General-Manager für den Desktop-CPU-Bereich, erst ab 2006 für eine breitere Anwenderschicht "relevant" werden.
Siu spielte mit seinem Kommentar einerseits den Vorsprung des kleineren Erzrivalen AMD herunter, andereseits vermied er es sich auf einen genauen Zeitplan festzulegen - Intel könnte ja immer noch einen 64-Bit-Prozessor auf den Markt bringen, bevor dieser "relevant" wird.
Intel hat bisher nur im obersten Server-Marktsegment mit dem Itanium auf 64 Bit gesetzt. Zum Auftakt des Intel Developer Forums [IDF] in San Francisco hat Intel-Chef Craig Barrett am Dienstag eine 64-Bit-Erweiterung präsentiert. Nun will Intel im zweiten Quartal 2004 seine Xeon-Prozessoren, die vor allem in kleineren und mittleren Servern eingesetzt werden, mit der 64-Bit-Erweiterung ausstatten.
Intel zieht bei 64 Bit nachEin digitales "Ökosystem"
Intel-Chef Craig Barrett verwies letzte Woche auf das "Ökosystem" rund um einen Chip, das aus Software, Lösungen und Geschäftsmodellen bestehe, das letztlich über den Einsatz einer Hardware-Technologie entscheide.
Und dieses "Ökosystem" ist laut Siu im Falle der 64-Bit-System für den Desktop noch nicht gewachsen. Laut Siu kommt es dabei insbesondere auf Microsofts 64-Bit-taugliches Windows an, dass sich erst etablieren müsse.
Auf dem Server-Sektor scheint diese Reihenfolge allerdings nicht zu gelten: CEO-Microsoft Steve Ballmer ermutigte letzte Woche Tester, Entwickler und Hardware-Hersteller, die in Kürze möglichen Vorteile von Windows für 64-Bit-Systeme zu nutzen.
Windows XP 64-Bit Edition für 64-Bit Extended Systems und Windows Server 2003 für 64-Bit Extended Systems befänden sich derzeit im Beta-Stadium und würden voraussichtlich bereits in der zweiten Jahreshälfte 2004 zur Verfügung stehen.
Die neueste Windows-Version hat Microsoft demnach bereits an 5.000 technische Beta-Tester verschickt. Die 64-Bit Extended Systems Versionen böten Kunden die Flexibilität, sowohl 32-Bit- als auch 64-Bit-Applikationen laufen zu lassen. Dadurch könnten sie jederzeit auf die 64-Bit-Versionen umsteigen, während die bisherigen Investitionen in 32-Bit-Anwendungen erhalten bleiben.
Windows-XP-Update für 64-Bit-CPUAMD prescht vor
AMD hat bereits auf der Comdex im November das Ende der 32-Bit-Prozessoren angekündigt:
Laut AMD-Manager Marty Seyer wird sein Unternehmen "wahrscheinlich" schon 2005 die Produktion von 32-Bit-CPUs einstellen und sich dann ganz auf die gerade erst für den Desktop eingeführten 64-Bit-Prozessoren konzentrieren.
Die Ankündigung gilt angesichts der bisher vergleichsweise geringen Stückzahlen der 64-Bit-Athlons als ambitionierte Kampfansage an den Dauerrivalen Intel.
Das Ende der 32-Bit-ProzessorenApple ganz vorne
AMD hatte im September den "Athlon 64" vorgestellt und war damit gegenüber Intel im Kampf um Hochleistungs-PCs in Führung gegangen. Der Prozessor zielt zunächst auf ambitionierte Computerspieler und Entwickler ab und gilt langfristig als entscheidend für das Überleben von AMD.
Die beiden neuen AMD-Prozessoren waren allerdings nicht die allerersten 64-Bit-CPUs für den Desktop: Apple hatte bereits im Juni mit dem G5 das 64-Bit-Zeitalter auf dem Schreibtisch eingeläutet.
Der Chip wird unter der Bezeichnung "PowerPC 970" von IBM gefertigt.
Apple: "Schnellste Personal-Computer der Welt"
