19.11.2003

DESKTOP-PCS

Das Ende der 32-Bit-Prozessoren

Advanced Micro Devices [AMD] hat auf der Comdex in Las Vegas das Ende der 32-Bit-Prozessoren angekündigt:

Laut AMD-Manager Marty Seyer wird sein Unternehmen "wahrscheinlich" schon 2005 die Produktion von 32-Bit-CPUs einstellen und sich dann ganz auf die gerade erst für den Desktop eingeführten 64-Bit-Prozessoren konzentrieren.

Die Ankündigung gilt angesichts der bisher vergleichsweise geringen Stückzahlen der 64-Bit-Athlons als ambitionierte Kampfansage an den Dauerrivalen Intel, dessen erstes 64-Bit-Produkt für den Desktop frühestens 2004 erwartet wird.

AMD hatte erst im September den "Athlon 64" vorgestellt und war damit gegenüber Intel im Kampf um Hochleistungs-PCs in Führung gegangen. Der Prozessor zielt zunächst auf ambitionierte Computerspieler und Entwickler ab und gilt langfristig als entscheidend für das Überleben von AMD.

Betriebssysteme folgen AMD

Microsoft hat bereits eine Versionen seines Betriebssystems Windows XP mit Unterstützung für die neuen 64-Bit-Prozessoren von AMD vorgestellt, dabei aber betont, dass das System auch einen entsprechenden Chip von Intel unterstützen wird - wenn Intel diesen denn einmal auf den Markt bringt.

Und auch Suse-Linux unterstützt bereits seit Oktober AMDs Desktop-Flaggschiff mit seinem "Linux 9.0".

Intel wartet ab

Intel sieht nach eigenen Angaben gegenwärtig noch keinen Markt für die 64-Bit-Technologie bei PCs.

Für die nächste Generation von PC-Software und Spielen seien die derzeitigen 32-Bit-Prozessoren bereits viel zu langsam und behinderten die Entwicklung neuer Anwendungen, meint dagegen Henri Richard, Verkaufs- und Marketing-Chef von AMD.

"Der 64-Bit-Prozessor ist die beste Plattform für die Software der nächsten Generation", sekundierte Rolf Schander, europäischer Verkaufsdirektor von Microsoft.

Ehrgeizige Pläne

AMD plant offensichtlich, die verkauften Stückzahlen seiner 64-Bit-Prozessoren durch eine aggressive Preispolitik in kürzester Zeit nach oben zu treiben: Laut Seyer wird sein Unternehmen 32-Bit-CPUs verkaufen, "solange eine Nachfrage besteht", geht aber davon aus, dass eben schon ab 2005 die 64-Bit-Varianten so attraktiv sein werden, dass sich die Kunden vom derzeitigen Standard abwenden werden.

Laut Seyer will AMD schon 2004 64-Bit-Chips für den Desktop im zweistelligen Millionenbereich absetzen, in den nächsten drei Jahren sollen dann "zwischen 50 und 100 Mio." 64-Bit-Prozessoren verkauft werden.

Unterstützung

AMDs Pläne haben eben erst auf der Comdex neuen Rückenwind bekommen, als Hewlett-Packard mit dem "Compaq Presario 8000Z" seinen ersten PC mit dem Athlon 64 für Anfang 2004 ankündigte.