20.02.2004

SUBFIRMEN

Leichenschau im Yline-Keller

Im Skandal um die 2001 Pleite gegangene Yline kommen nun die ersten Fakten zu den damals gefeierten Firmenübernahmen an den Tag.

Ein vom Masseverwalter beauftragtes Gutachten hat weitere Schäden von mindestens 36 Mio. Euro festgestellt. Diese Summe wurde für die Firmen WebLine Internet-Service GmbH, Yline Web Access Service AG und Primus Service Group GmbH bezahlt. Das entspricht etwa dem Zehn- bis 20fachen des eigentlichen Werts.

Ein Gutachten über weitere Yline-Erwerbungen - darunter auch die Firma FirstInEx, an der auch der Vater von Finanzminister Karl-Heinz Grasser beteiligt war - ist in Arbeit. Die Schadenssumme könnte dadurch noch kräftig steigen.

"Anspruchsrelevante Sachverhalte"

Neue Klagen gegen die Yline-Vorstände - allen voran Firmengründer Böhm - hatte der Masseverwalter bereits Mitte Jänner eingebracht.

Die Yline-Gläubiger hoffen nun, dass weitere Verkäufer zur Teilrückzahlung des Kaufpreises verpflichtet werden.

Von den Yline-Vorständen fordert der Masseverwalter zu Unrecht ausbezahlte Prämien zurück. Auch gegen den ehemaligen Yline-Aufsichtsrat prüft der Masseverwalter Rückzahlungsansprüche: "Insbesondere gegen den Aufsichtsratsvorsitzenden Ernst Hofmann haben sich im Zuge des Strafverfahrens weitere anspruchsrelevante Sachverhalte ergeben", heißt es in dem Papier.

Die Angezeigten, darunter die ADU-Privatstiftung von Böhm und Ex-Yline Aufsichtsrat Norbert Frömmer und die Hofmann Privatstiftung sollen über eine halbe Million Euro Verlust vermieden haben, indem sie Yline-Aktien rechtzeitig vor dem endgültigen Kollaps des Unternehmens im September 2001 verkauft hätten.