Neue Klagen gegen Tauschbörsen-User
Auch die kanadische Musikindustrie nimmt nun die Aktivitäten von Internet-Usern ins Visier, die vermeintlich illegal Musikstücke tauschen.
Die Canadian Recording Industry Association [CRIA] hat bei Gericht die Bekanntgabe von 29 Filesharern angefordert. Fünf kanadische Internet Service Provider [ISP] sollen Namen und Anschrift der unbekannten Online-User bekannt geben.
Der Richter hat bei der ersten Anhörung den Fall vorerst auf 12. März vertagt. Er will sich über technische und Datenschutz-rechtliche Hintergründe informieren.
"Das sind Personen, die illegal hunderte, wenn nicht tausende, Musikstücke vertreiben", begründete CRIA-Präsident Brian Robertson das Vorgehen seiner Interessensvereinigung.
Shaw Communications, einer der betroffenen ISPs, will sich dagegen zur Wehr setzen. "Wir haben gravierende Bedenken, was unsere Verantwortlichkeit bei diesen Fällen betrifft", kritisierte Shaw-Manager Peter Bissonnette. Sein Unternehmen habe aber auch Schwierigkeiten, anhand der Logfiles genau zu sagen, wann welcher User von welchem Account aus welche Songs angeboten hat.
Musikindustrie nimmt Kanada ins VisierDerzeit nur Uploader im Visier
"Diese Leute beuten auf eklatante Art die Karrieren von Künstlern und ihre Musik aus und scheren sich keinen Deut darum, woher in Zukunft die Musik kommen soll", so Robertson.
Das Vorgehen der kanadischen Musikindustrie ist vergleichbar mit dem des US-Branchenverbandes RIAA, der voriges Jahr gegen hunderte User Klagen eingebracht hat.
Anders als die RIAA geht die CRIA allerdings nur gegen "Uploader" vor, also jene User, die auf Tauschbörsen Songs zum Herunterladen anbieten. "Downloader", also User, die Lieder von den Tauschbörsen herunterladen, bleiben dagegen verschont.
Dies dürfte auf die spezielle kanadische Gesetzeslage zurückzuführen sein. So hat im Dezember das "Copyright Board of Canada" eine Entscheidung veröffentlicht, wonach das Herunterladen von Songs auf Tauschbörsen legal sei.
Tauschbörsen-Nutzung in Kanada erlaubt
