16.02.2004

JETZT KANADA

Neue Klagen gegen Tauschbörsen-User

Auch die kanadische Musikindustrie nimmt nun die Aktivitäten von Internet-Usern ins Visier, die vermeintlich illegal Musikstücke tauschen.

Die Canadian Recording Industry Association [CRIA] hat bei Gericht die Bekanntgabe von 29 Filesharern angefordert. Fünf kanadische Internet Service Provider [ISP] sollen Namen und Anschrift der unbekannten Online-User bekannt geben.

Der Richter hat bei der ersten Anhörung den Fall vorerst auf 12. März vertagt. Er will sich über technische und Datenschutz-rechtliche Hintergründe informieren.

"Das sind Personen, die illegal hunderte, wenn nicht tausende, Musikstücke vertreiben", begründete CRIA-Präsident Brian Robertson das Vorgehen seiner Interessensvereinigung.

Derzeit nur Uploader im Visier

"Diese Leute beuten auf eklatante Art die Karrieren von Künstlern und ihre Musik aus und scheren sich keinen Deut darum, woher in Zukunft die Musik kommen soll", so Robertson.

Das Vorgehen der kanadischen Musikindustrie ist vergleichbar mit dem des US-Branchenverbandes RIAA, der voriges Jahr gegen hunderte User Klagen eingebracht hat.

Anders als die RIAA geht die CRIA allerdings nur gegen "Uploader" vor, also jene User, die auf Tauschbörsen Songs zum Herunterladen anbieten. "Downloader", also User, die Lieder von den Tauschbörsen herunterladen, bleiben dagegen verschont.