04.02.2004

NEW MESSAGE

Spam-Welle bedroht auch Handys

Während hier zu Lande über Maßnahmen gegen die steigende Zahl unerwünschter Werbe-Mails [Spam] gegrübelt wird, droht in Asien bereits die nächste "Müll"-Welle.

Spam via Handy wird dort bereits zu einem ernsthaften Problem, berichtete anlässlich der OECD-Spam-Konferenz das japanische Ministerium für Telekommunikation. In Japan gehen demnach rund 90 Prozent aller Spams bereits aufs Handy.

Die zweifelhafte Popularität erklärt sich vor allem aus der Beliebtheit von SMS als schnelle und meist effektive Kommunikationsform. Durchschnittlich verschickt ein japanischer User pro Tag zehn SMS über sein Handy.

Das Blocken der unerwünschten SMS ist aufgrund der variablen Absender nicht einfach, trotz der Möglichkeit SMS nur von bestimmten Quellen zuzulassen.

Sperre und Schadenersatz

Laut dem japanischen Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo generieren die Spammer die Adressen für ihre Nachrichten zufällig. DoCoMo versucht der Spam-Welle mit Maßnahmen wie dem Blocken von großen Mengen an Nachrichten, die keine spezifische Empfänger haben, zu begegnen, so ein Firmensprecher.

Auch der Versand von E-Mails von PCs auf Handys und über iMode-Accounts ist mittlerweile nur mehr eingeschränkt möglich. Zudem habe der Konzern 2.173 Anschlüsse wegen Spam-Missbrauch bereits gesperrt und fordert in einigen Fällen auch Schadenersatz.

Doch SMS sind auch ein großer Gewinnbringer für die Betreiber mit Gewinnspannen bis zu 80 Prozent. Trotz des Kampfs gegen Spam verdienen die Handynetzbetreiber gleichzeitig an dem ungeliebten Werbemüll.

Mobile Werbung

Neben den unerwünschten Werbe-Spams entdecken aber auch immer mehr seriöse Firmen die mobilen Geräte wie Handys und PDAs als effektives Werbemittel.

Die Attraktivität des Mediums liegt in den, im Gegensatz zum herkömmlichen Direktmarketing, geringen Kosten und in der einfacheren Überprüfung wer und wie auf die Werbebotschaften reagiert.

So bewarb der US-Sender Comedy Central eine seiner Serien via SMS-Versand an sein Zielgruppenpublikum, mit zufriedenstellendem Erfolg wie berichtet wurde. Auch Coca-Cola, Adidas oder Autohersteller wie DaimlerChrysler und Ford haben ihre Marken per Kurzmitteilung beworben.