Spam-Welle bedroht auch Handys
Während hier zu Lande über Maßnahmen gegen die steigende Zahl unerwünschter Werbe-Mails [Spam] gegrübelt wird, droht in Asien bereits die nächste "Müll"-Welle.
Spam via Handy wird dort bereits zu einem ernsthaften Problem, berichtete anlässlich der OECD-Spam-Konferenz das japanische Ministerium für Telekommunikation. In Japan gehen demnach rund 90 Prozent aller Spams bereits aufs Handy.
Die zweifelhafte Popularität erklärt sich vor allem aus der Beliebtheit von SMS als schnelle und meist effektive Kommunikationsform. Durchschnittlich verschickt ein japanischer User pro Tag zehn SMS über sein Handy.
Das Blocken der unerwünschten SMS ist aufgrund der variablen Absender nicht einfach, trotz der Möglichkeit SMS nur von bestimmten Quellen zuzulassen.
Auf der zweitägigen Konferenz der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung [OECD] in Brüssel wurde Spam als Verunsicherungsfaktor für E-Commerce-Konsumenten und der wirtschaftlichen Entwicklung im Netz erklärt. So habe Spam bereits das Vertrauen der User in das Medium Internet geschädigt.
Spam als Existenzfrage des InternetsSperre und Schadenersatz
Laut dem japanischen Mobilfunkbetreiber NTT DoCoMo generieren die Spammer die Adressen für ihre Nachrichten zufällig. DoCoMo versucht der Spam-Welle mit Maßnahmen wie dem Blocken von großen Mengen an Nachrichten, die keine spezifische Empfänger haben, zu begegnen, so ein Firmensprecher.
Auch der Versand von E-Mails von PCs auf Handys und über iMode-Accounts ist mittlerweile nur mehr eingeschränkt möglich. Zudem habe der Konzern 2.173 Anschlüsse wegen Spam-Missbrauch bereits gesperrt und fordert in einigen Fällen auch Schadenersatz.
Doch SMS sind auch ein großer Gewinnbringer für die Betreiber mit Gewinnspannen bis zu 80 Prozent. Trotz des Kampfs gegen Spam verdienen die Handynetzbetreiber gleichzeitig an dem ungeliebten Werbemüll.
Boomender SMS-Markt Asien
In Asien führen die Philippinen die SMS-Nutzung mit 252 SMS pro
Monat und User an, gefolgt von Singapur, China und Japan, so der
Marktforscher TNS. Die chinesischen Handyuser haben demnach
anlässlich des letzten acht Tage dauernden Neujahrsfest in Summe
zehn Milliarden SMS, oder rund acht Nachrichten pro Einwohner,
verschickt.
Eine Milliarde SMS zu NeujahrMobile Werbung
Neben den unerwünschten Werbe-Spams entdecken aber auch immer mehr seriöse Firmen die mobilen Geräte wie Handys und PDAs als effektives Werbemittel.
Die Attraktivität des Mediums liegt in den, im Gegensatz zum herkömmlichen Direktmarketing, geringen Kosten und in der einfacheren Überprüfung wer und wie auf die Werbebotschaften reagiert.
So bewarb der US-Sender Comedy Central eine seiner Serien via SMS-Versand an sein Zielgruppenpublikum, mit zufriedenstellendem Erfolg wie berichtet wurde. Auch Coca-Cola, Adidas oder Autohersteller wie DaimlerChrysler und Ford haben ihre Marken per Kurzmitteilung beworben.
Für die Werber liegt der Reiz des mobilen Marketing darin, die Zielgruppe mittels GPS am richtigen Platz zur richtigen Zeit zu erwischen. Ziel soll es sein, dem Kunden, wenn er an einer Burgerfiliale vorbeigeht, einen Gutschein für ein Gratisgetränk oder Pommes Frites direkt über sein Gerät zu offerieren.
Werbung nimmt mobile Geräte ins Visier
