Heute "Mydoom"-Chaos prolongiert
Die Wurmepidemien setzten sich auch am Wochenende fort - vor allem Mydoom [alias "Novarg"] und seine Varianten wüten weiter, aber auch Bagle [oder "Beagle"] vermehrt sich immer noch.
Wetten, dass auch heute und in den nächsten Tagen die großen MS-Exchange-Netze weltweit wieder ins Wackeln kommen könnten, werden nicht mehr angenommen.
Das Wurmaufkommen war am Wochenende ungebrochen und es wird auch am Montag noch weitergehen.
Die Ähnlichkeit im Erscheinungsbild mit einer automatischen Nachricht eines Mailservers, die suggerierte eine selbst abgesandte Mail zurückzuerhalten, erwies sich im so genannten "Social Engineering" der Mydooms als Killerapplikation im Wortsinn.
Das will heißen:
Auch vorsichtigere User wollten wissen, ob da nicht eine eigene,
wichtige Botschaft im gerade erst überstandenen Mailchaos [Auslöser:
Wurm Bagle] nicht angekommen war. Und: Dieser Trick funktioniert
weltweit, weil Fehlermeldungen von Mailservern in der Regel Englisch
sind.
Kopfgelder auf Virenautoren als StandardDie Raffinesse des Schreibers
Dazu kam natürlich, dass .zip-Dateien bei Otto Standardbenutzer bis jetzt nicht in Zusammenhang mit Viren gesetzt werden - und wieder haben welche draufgeklickt, die es sonst nicht getan hätten.
Der "technische Teil" des Wurms ist auf den ersten Blick relativ unspektulär, arbeitet aber offenbar sehr effizient. Dass beide Varianten so weit kamen, ist auf ein paar einfache, aber effiziente Schutzmaßnahmen des Virenschreibers zurückzuführen.
Ein beträchtlicher Teil des Codes besteht aus Listen von Domains, an die sich der Wurm mit Absicht nicht verschickt: Alle Domains rund um Microsoft, alle großen Virenschutz-Hersteller, alle .gov und .mil Domains et al.
Damit wurde das rasante Tempo der Verbreitung später als mittlerweile üblich festgestellt, Mydoom gewann dadurch enorm an Anfangsenergie.
Variante B wiederum blockiert den Zugriff auf die Websites der Virenschutzhersteller, was Updates der Schutzsoftware nicht so einfach macht.
Mydoom-BDie DDoS-Attacke gegen SCO
Was die [angeblich] erfolgreichen DDoS-Attacken die Mydoom-A gegen die Website der Firma SCO am Sonntag ausgelöst hat, angeht, so gibt es darüber bis jetzt nur Nachrichten von SCO selbst.
Die Politik dieses Unternehmens war während des vergangenen Jahres ausschließlich darauf ausgerichtet, durch spektakulär angekündigte Klagen gegen IBM und andere Großunternehmen den eigenen Aktienkurs zu manipulieren.
Einher ging dieses mit einer Offensive im negativen Spin-Doctoring durch die SCO-Führung, die vor keiner das eigene Image schädigenden Stellungnahme zurückschreckte, wenn diese ein Echo in den Medien auslöste.
Die SCO-Meldung vom Sonntag
