Abschied von analogen Kodak-Kameras
Der Siegeszug der digitalen Fotografie fordert weitere analoge Opfer: Kodak Eastman, seit über 100 Jahren Erzeuger von Fotoapparaten, will im Laufe des Jahres den Verkauf von analogen Kameras einstellen.
Auf Grund zu geringer Nachfrage werde Kodak per Ende des Jahres weder Kameras für das APS-Format noch 35-Millimeter-Kameras in den USA, Kanada und Westeuropa verkaufen, gab der Hersteller bekannt.
Nur in China, Indien, Osteuropa und Lateinamerika, wo Kodak zweistellige Zuwachsraten erhofft, sollen noch 35-Millimeter-Kameras erzeugt und verkauft werden. Ebendort will der Hersteller dieses Jahr noch sechs neue Modelle auf den Markt bringen.
Die erste Kamera überhaupt brachte Kodak im Jahre 1888 auf den Markt - die "Kodak Camera". Mit der Kamera konnte man 100 Aufnahmen machen, dann schickte man sie an Kodak zurück und erhielt mit den Bildern seine mit einem Film für 100 neue Aufnahmen bestückte Kamera zurück.
Kodak HistorieStetiger Rückgang des Kerngeschäfts
Andernorts sollen nur noch Einweg-Kameras auf den Markt kommen, Filme für APS- und 35-mm-Kameras sollen ebenfalls weiter verkauft werden, so Kodak. Nächsten Monat will der Hersteller zudem neue Filme für beide Systeme auf den Markt bringen.
Kodak versucht bereits seit längerem, sich aus dem traditionellen Fotogeschäft zurückzuziehen, und setzt dabei vermehrt auf Digitalkameras und das Druckgeschäft. Bis Juni will Kodak auch aus dem Geschäft mit Diaprojektoren aussteigen.
Kodaks ehemaliges Hauptgeschäft, die Filmherstellung und Entwicklung, geht seit Ende 2000 beständig zurück. Im zweiten Quartal 2003 musste der Konzern einen Gewinneinbruch von 61 Prozent hinnehmen.
Neuordnung soll helfen
Eastman Kodak hat mittlerweile sein Unternehmen neu geordnet.
Seit Mitte letzten Jahres stehen IT-Spezialisten an der Spitze aller
Geschäftsbereiche.
IT-Manager übernehmen Kodak-FührungPolaroid auf dem digitalen Weg
So soll das Unternehmen auf den Wandel hin zur Digitalfotografie besser eingestellt und das Wachstum auf Consumer- und Business-Märkten beschleunigt werden.
Ein Weggefährte Kodaks, Polaroid, musste 2001 sogar Konkurs anmelden. Das Unternehmen, das sich bis dahin auf Lizenzzahlungen aus seiner analogen Sofortbildtechnik verlassen hatte, will jetzt in einem neuen Anlauf auf dem Digitalmarkt mitschneiden.
Das Unternehmen will mit einem Kiosk-Prinzip gegen seine finanzstarken Rivalen ankämpfen. Digital-Printstationen sollen den Fotoausdruck direkt vom Speicherchip und anderen Medien ermöglichen. Dass allein in den USA bereits 50.000 derartiger Kioske an den besten Standorten existieren, stört das Unternehmen nicht.
Erste Versuche implizierten einen Erfolg - die Druckstationen, bei denen ein 10x15-cm-Foto 59 US-Cent kostet, wurden förmlich überrannt.
Polaroid wird digital
