06.01.2004

AUSBLICK 2004

Kommerzielle EU-Raumfahrt hebt ab

Das europäische Raumfahrtunternehmen Arianespace plant dieses Jahr bis zu sechs Starts seiner Trägerrakete Ariane-5.

Als erstes soll am 26. Februar die Sonde "Rosetta" abheben, die bei planmäßigem Missions-Verlauf im Jahr 2014 den Kometen "Tschurjumow-Gerasimenko" [67P] erreichen wird, erläuterte Arianespace-Chef Jean-Yves Le Gall.

Nach Verlustjahren 2000 bis 2002 werde sein Unternehmen in diesem Frühjahr für 2003 eine ausgeglichene Bilanz vorlegen, kündigte Le Gall an.

Arianespace wolle auch 2004 mehr als 50 Prozent der auf dem freien Markt gehandelten Verträge für Satellitentransporte abschließen.

Der spektakuläre Abbruch

Die erste Ariane 5 ECA mit einer Nutzlast von zehn Tonnen war bei ihrem ersten Flug am 11. Dezember 2002 kurz nach dem Start wegen eines Triebwerkschadens außer Kontrolle geraten und musste gesprengt werden.

Dabei gingen zwei Telekommunikationssatelliten verloren. Der gescheiterte Start kostete etwa 600 Millionen Euro.

Das Desaster hat die europäische Raumfahrt in eine Krise gestürzt und den Zeitplan für alle anstehenden Starts über den Haufen geworfen.

Mitte 2004 ist nun ein neuer Startversuch dieses Raketentyps geplant.

Zwölf-Tonner weiter in Entwicklung

Auch an der noch weiter verstärkten Version Ariane-5-ECB, die bis zu zwölf Tonnen Nutzlast transportieren könnte, werde weiter gearbeitet, teilte der Arianespace-Chef mit.

Die zuständigen Ressortminister der beteiligten Staaten wollten spätestens 2005 ihren Beschluss überprüfen, das Projekt auf Eis zu legen.

In den Arianespace-Auftragsbüchern stehen derzeit 33 Satelliten-Transporte. Im vergangenen Jahr brachten Ariane- und Sojus-Raketen zehn Satelliten ins All.

Der Umsatz sank jedoch drastisch von fast 1,5 Milliarden auf rund 550 Millionen Euro. Arianespace leitete eine Umstrukturierung mit starken Stellenstreichungen ein. Von 365 Mitarbeitern vor einem Jahr sind derzeit 336 übrig, bis Jahresende sollen es nur noch 250 sein.