Kommerzielle EU-Raumfahrt hebt ab
Das europäische Raumfahrtunternehmen Arianespace plant dieses Jahr bis zu sechs Starts seiner Trägerrakete Ariane-5.
Als erstes soll am 26. Februar die Sonde "Rosetta" abheben, die bei planmäßigem Missions-Verlauf im Jahr 2014 den Kometen "Tschurjumow-Gerasimenko" [67P] erreichen wird, erläuterte Arianespace-Chef Jean-Yves Le Gall.
Nach Verlustjahren 2000 bis 2002 werde sein Unternehmen in diesem Frühjahr für 2003 eine ausgeglichene Bilanz vorlegen, kündigte Le Gall an.
Arianespace wolle auch 2004 mehr als 50 Prozent der auf dem freien Markt gehandelten Verträge für Satellitentransporte abschließen.
2003 durch Ariane-5-Desaster gezeichnet
Das abgelaufene Jahr habe noch im Zeichen der "Turbulenzen" nach
dem Fehlstart der "Zehn-Tonnen-Ariane" [Ariane-5-ECA] gestanden,
sagte Le Gall.
EU-Prestigerakete wurde gesprengtDer spektakuläre Abbruch
Die erste Ariane 5 ECA mit einer Nutzlast von zehn Tonnen war bei ihrem ersten Flug am 11. Dezember 2002 kurz nach dem Start wegen eines Triebwerkschadens außer Kontrolle geraten und musste gesprengt werden.
Dabei gingen zwei Telekommunikationssatelliten verloren. Der gescheiterte Start kostete etwa 600 Millionen Euro.
Das Desaster hat die europäische Raumfahrt in eine Krise gestürzt und den Zeitplan für alle anstehenden Starts über den Haufen geworfen.
Mitte 2004 ist nun ein neuer Startversuch dieses Raketentyps geplant.
Fahrplan
Zunächst soll eine ECA-Rakete den US-spanischen
Telekom-Satelliten XTAR ins All tragen. Für Ende 2004 oder Anfang
2005 ist dann ein weiterer ECA-Start mit dem ersten
Nachschub-Transporter ATV [Automated Transfer Vehicle] zur
Internationalen Raumstation ISS vorgesehen.
Launch Status bei ArianespaceZwölf-Tonner weiter in Entwicklung
Auch an der noch weiter verstärkten Version Ariane-5-ECB, die bis zu zwölf Tonnen Nutzlast transportieren könnte, werde weiter gearbeitet, teilte der Arianespace-Chef mit.
Die zuständigen Ressortminister der beteiligten Staaten wollten spätestens 2005 ihren Beschluss überprüfen, das Projekt auf Eis zu legen.
In den Arianespace-Auftragsbüchern stehen derzeit 33 Satelliten-Transporte. Im vergangenen Jahr brachten Ariane- und Sojus-Raketen zehn Satelliten ins All.
Der Umsatz sank jedoch drastisch von fast 1,5 Milliarden auf rund 550 Millionen Euro. Arianespace leitete eine Umstrukturierung mit starken Stellenstreichungen ein. Von 365 Mitarbeitern vor einem Jahr sind derzeit 336 übrig, bis Jahresende sollen es nur noch 250 sein.
Ausgeglichene Bilanz 2003
Während die Verluste im Jahr 2000 bei 242 Mio. Euro und auch 2002
noch bei 105 Mio. Euro lagen, will Le Gall eine ausgeglichene Bilanz
für 2003 vorlegen. In der zweiten Jahreshälfte ist eine
Kapitalerhöhung des Unternehmens auf rund 150 Mio. Euro geplant.
Raketenallianz mit Boeing und Mitsubishi
