Raketenallianz mit Boeing und Mitsubishi
Der europäische Raumfahrtkonzern Arianespace hat eine Raketen-Allianz mit seinen Konkurrenten Boeing und Mitsubishi geschlossen. Wie das Unternehmen heute, Mittwoch in Paris mitteilte, sollen Satelliten-Kunden künftig bei technischen Problemen vor ihren Starts zwischen allen Trägersystemen der drei Anbieter wählen können.
Jede der beteiligten Gesellschaften werde aber weiter ihre eigenen Raketen und ihre eigenen Startdienste vermarkten.
Die Unternehmen seien sich sehr rasch über die eigentlich erst für Herbst erwartete Allianz einig gewesen, sagte Arianespace-Chef Jean-Yves Le Gall.
Mit der Übereinkunft reagieren die Konkurrenten auf die Krise der kommerziellen Raumfahrt, die vor allem unter der gesunkenen Nachfrage nach Telekom-Satellitenstarts leidet. Die Zahl fiel von jährlich 30 Satelliten zuletzt auf rund zehn.
Eine europäische Ariane-5-Trägerrakete hatte am 11.Juni einen australischen und einen japanischen Telekomsatelliten ausgesetzt.
Der LaunchAls nächstes: Sojus
Arianespace setzt derzeit auf die Ariane-5, will künftig über eine neu gebaute Rampe aber auch russische Sojus-Raketen vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou aus starten lassen.
US-Konkurrent Boeing Launch Services [BLS] ist für die Starts der Trägerraketen Sea Launch und Delta verantwortlich, die japanische Mitsubishi Heavy Industries [MHI] für die Raketen des Typs H-2A.
Erst im Juni hatte die bei Paris sitzende Arianespace angekündigt, 100 ihrer 350 Arbeitsplätze streichen zu müssen.
Die Mitgliedstaaten der europäischen Raumagentur ESA hatten Ende Mai beschlossen, ihr Raketenprogramm trotz des Scheitern der bislang stärksten Trägerrakete "Zehn-Tonnen-Ariane" beim Jungfernflug im vergangenen Dezember fortzusetzen.
Der vorletzte Launch im April
