Ariane 5 hat Satelliten ausgesetzt
Um ein Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit ist die einzige europäische Trägerrakete Ariane 5 vom Raumbahnhof Kourou [Französisch-Guyana] ins All gestartet.
Etwa 30 Minuten wurden die beiden Satelliten ausgesetzt, teilte die Betreibergesellschaft Arianespace am Donnerstag in Evry bei Paris mit.
Der erste Flug der Ariane 5 nach dem Absturz vom Dezember war wenige Stunden vor dem geplanten Start verschoben worden.
Am Dienstagabend war der Abflug vom Weltraumbahnhof Kourou wegen technischen Problemen am Satelliten INSAT-3A ausgesetzt worden.
Der indische Satellit ist eine der beiden Nutzlasten, die bei der Ariane-Mission ins All gebracht werden sollen. Ursprünglich sollte die Ariane 5 zwischen 00.49 Uhr und 1.30 Uhr mitteleuropäischer Sommerzeit von der Startrampe in Französisch-Guyana abheben. Einen neuen Starttermin gab es zunächst nicht.
Die leistungsstarke Ariane 5-Plus war bei ihrem ersten Flug am 11. Dezember 2002 kurz nach dem Start wegen eines Triebwerkschadens außer Kontrolle geraten und musste gesprengt werden. Dabei gingen zwei Telekommunikationssatelliten verloren. Der gescheiterte Start kostete etwa 600 Millionen Euro. Das Desaster hat die europäische Raumfahrt in eine Krise gestürzt und den Zeitplan für alle anstehenden Starts über den Haufen geworfen.
EU-Prestigerakete wurde gesprengtAriane 4 wurde eingestellt
Auch die ursprünglich für diesen Monat geplante eine Milliarde Euro teure europäische Kometen-Mission "Rosetta" muss um mindestens ein Jahr verschoben werden. Der Satellit "Rosetta" sollte eine etwa acht Jahre dauernde Reise zum Kometen Wirtanen unternehmen.
Das Vorgängermodell der Ariane 5, die Ariane 4, war Mitte Februar nach fast 15 Jahren zuverlässiger Dienste zum letzten Mal gestartet. Seit ihrem ersten Flug vor über 14 Jahren hat sie bei insgesamt 116 Starts nur drei Fehlschläge erlitten und brachte mehr als 150 Satelliten ins All. Sie konnte allerdings maximal 4,8 Tonnen Nutzlast befördern.
Das Nachfolgermodell, das 5,9 Tonnen transportieren kann, wird bereits seit 1997 schrittweise eingesetzt. Da Satelliten immer schwerer werden, benötigen sie auch leistungsstärkere Trägerraketen, die sie auf ihre geostationären Umlaufbahnen befördern.
Zehn Tonnen Nutzlast
Die gesprengte Ariane 5-Plus dagegen hätte eine Nutzlast von zehn
Tonnen in den Weltraum bringen können. Die Entwicklung der Ariane
5-Plus wurde zunächst eingestellt.
Arianespace
