Weiter kein Signal von "Beagle 2"
Der europäische Mars-Landeroboter "Beagle 2" hat auch bei dem dritten Kontaktversuch kein Signal von dem roten Planeten gesendet.
Die Europäische Weltraumagentur [ESA] geht zwar anhand der Flugdaten davon aus, dass "Beagle 2" auf dem Mars gelandet ist.
Doch den Forschern gelang es auch am Freitagabend nicht, den Landeroboter auf dem Mars zu orten.
Der US-Satellit Mars Odyssey scannte etwa eine halbe Stunde lang das Landegebiet von "Beagle 2", bleib aber wie schon beim ersten Mal am Donnerstag erfolglos. Das Schicksal von Beagle 2 bleibt somit weiter ungewiss.
"Beagle 2" wurde in der Nacht zum 25. Dezember von der ESA-Raumsonde "Mars-Express" aus einer Umlaufbahn um den Planeten abgesetzt.
Seitdem wird vergeblich versucht, den Landeplatz des Roboters zu ermitteln, der Bodenproben analysieren soll.
Weiter Warten auf "Beagle"-SignalProjekt trotzdem ein Erfolg
Die Raumsonde "Mars-Express" umkreist seit Donnerstag den roten Planeten planmäßig in einer stabilen Umlaufbahn.
Selbst wenn es nicht gelingen sollte, ein Signal von "Beagle 2" zu bekommen, sei der rund 300 Millionen Euro teure Flug zum Mars schon jetzt als Erfolg zu werten, hieß es am Freitag.
"Europa umkreist den Mars. Jetzt beginnen zwei Jahre der Forschung", kommentierte ESA-Generaldirektor Jean-Jacques Dordain das ambitionierte Projekt.
"Spirit" und "Opportunity" unterwegs
Bislang gelang es lediglich der US-Raumfahrtbehörde NASA,
Forschungskapseln erfolgreich auf dem Mars abzusetzen. Im Jänner
2004 sollen die beiden US-Landeroboter "Spirit" und "Opportunity"
den Planeten erreichen. Im Gegensatz zu "Beagle 2" werden die Rover
mobil sein und auf der Marsoberfläche umherfahren.
Zweiter Mars-Rover endlich unterwegsErklärungsmöglichkeiten
Nach Ansicht von ESA-Experten gibt es mehrere Erklärungsmöglichkeiten für das Schweigen von "Beagle 2".
So sei das 70 Kilogramm schwere Gerät möglicherweise auf einem Felsen gelandet und liege nicht flach auf der Oberfläche des Mars.
Die Sendeantenne strahle deshalb in eine falsche Richtung. Möglicherweise sei das Signal wegen leerer Batterien auch zu schwach.
Die Kontaktversuche sollen in den nächsten Tagen weiter fortgesetzt werden. Sollten alle Stricke reißen, soll "Mars Express" selbst in der ersten Jännerwoche auf die Suche nach "Beagle 2" geschickt werden.
Die Mission steht mit Rudolf Schmidt nicht nur unter österreichischer Projektleitung, auch zahlreiche wissenschaftliche Einrichtungen wie Austrian Aerospace, das Institut für digitale Bildverarbeitung des Joanneum Research und das Institut für Weltraumforschung sind daran beteiligt.
Österreich fliegt mit zum Mars
