Mautsystem-Start steht in den Sternen
Wenn sich zwei ganz Große zusammentun und eine ganz große Lösung planen, kommt es auch zu einem großen Gezänk, wenn das Großprojekt ungebremst an die Wand gefahren ist.
Etwa so wie das satellitengestützte Lkw-Mautsystem von DaimlerChrysler und Deutscher Telekom, sowie Cofiroute aus Frankreich, das allen [z. Teil schon in Gebrauch befindlichen Mikrowellen-Lösungen angeblich überlegen ist.
Nach einer wahren Serie von Pannen und Verzögerungen scheiterten die Verhandlungen von deutscher Bundesregierung und Maut-Betreiber Toll Collect über die Absicherung des Projekts nun in der achten Runde am Wochenende.
Ganz oben auf einer Mängelliste mit 86 Einzelpunkten steht die Einwahlsoftware für das
satellitengestützte System.Worst Case 2005
Der Bund beharrt auf einem Ausgleich für die bereits entgangenen Maut-Einnahmen in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Würde das Projekt scheitern, kämen gar sechs Milliarden Euro heraus.
"Für solchen Schadenersatz ist kein Spielraum, weder bei DaimlerChrysler noch bei der Telekom", hieß es von Toll Collect. Man werde sich nur im Umfang der Vertragsstrafen von monatlich bis zu 7,5 Millionen Euro seit Dezember und 15 Millionen Euro ab März beteiligen.
"Das Ministerium kennt unsere Positionen seit einer Woche", sagte der Sprecher des Konsortiums. Dazu gehöre, dass man einen Start für die streckenbezogene Straßenverkehrsgebühr im dritten Quartal 2004 anstrebe.
Im Ministerium hieß es, Toll Collect habe eine zeitlich Bandbreite für den Start vom 15. August 2004 bis schlimmstenfalls zum 31. Juli 2005 benannt. Das bedeute keine Planungssicherheit.
"Die beste Technologie"
"Die in Deutschland für das Mautsystem eingesetzte
GSM/GPS-Technologie ist eine sinnvolle und voraussichtlich die
beste, die in den kommenden Jahren in Europa zur Verfügung stehen
wird", hatte es noch Anfang Oktober geheißen.
das sagt der Vorstand des Haupt-Lieferanten Siemens
