03.10.2003

TOLL COLLECT

"Große Zukunft" für deutsche Lkw-Maut

Trotz der Pannen mit der geplanten Lastwagen-Maut hat das Mautsystem in Deutschland nach Einschätzung von Siemens-Vorstand Edward Krubasik "große Zukunftschancen":

"Die in Deutschland für das Mautsystem eingesetzte GSM/GPS-Technologie ist eine sinnvolle und voraussichtlich die beste, die in den kommenden Jahren in Europa zur Verfügung stehen wird", sagte Krubasik der "Berliner Zeitung".

Diese Technologie werde künftig sicherlich auch in anderen europäischen Ländern angewendet. Wenn wie geplant bis zum Jahr 2008 in den EU-Ländern standardisierte elektronische Mautsysteme eingeführt werden, eigne sich das deutsche System sehr gut dafür, sagte Krubasik. Siemens ist einer von zwei Lieferanten der Lkw-Maut-Erfassungsgeräte.

Weiter keine Terminfestlegungen

Das Betreiberkonsortium für die Lkw-Maut hat unterdessen einen Fernsehbericht zurückgewiesen, wonach es nun erst im ersten Quartal 2004 mit einem Start des Gebührensystems rechnet.

Toll Collect habe sich weder auf einen Termin für den Probebetrieb noch für den Mautstart festgelegt, sagte ein Konsortiumssprecher. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums erklärte, Minister Manfred Stolpe [SPD] habe bereits erhebliche Zweifel angemeldet, dass die Lkw-Maut wie geplant am 2. November starten könne.

Toll Collect, hinter dem DaimlerChrysler, die Deutsche Telekom und die französische Cofiroute stehen, müsse einen vernünftigen Zeitplan für den Start vorlegen. Stolpe hat für das Wochenende Vertreter des Konsortiums zu klärenden Gesprächen geladen.

Die ARD hatte berichtet, das Betreiberkonsortium rechne inzwischen mit einem Starttermin im ersten Quartal nächsten Jahres. Möglicherweise werde man sich mit Stolpe auf eine Verschiebung ohne festen Starttermin einigen, hieß es unter Berufung auf Teilnehmerkreise eines Treffens von Toll-Collect-Vertretern und CDU-Spitzenpolitikern.