Kreditkarten kriegen Funkchips
Die Kreditkartenunternehmen MasterCard und American Express wollen in den USA nach ausführlichen Tests nächstes Jahr Karten anbieten, mit denen berührungslos bezahlt werden kann.
Die Kreditkarten werden dafür mit Funkchips [RFID] ausgestattet, die in naher Zukunft auch den Barcode zur Warenidentifikation und -Verfolgung ablösen sollen.
Die speziellen Lesegeräte sollen zunächst vor allem in Fast-Food-Restaurants und anderen Geschäften, "wo die Leute es besonders eilig haben", installiert werden. Zum Bezahlen muss die Karte nur noch in die Nähe des Lesegerätes gehalten werden.
Das System von MasterCard heißt "PayPass", das von American Express "Express Pay". Visa hält sich bei der Entwicklung derzeit noch zurück, weil man glaubt, dass "die Leute mit den jetzigen Karten zufrieden sind".
PayPassSicherheit
Sowohl MasterCard und American Express wollen derzeit keine genaueren Angaben über die Sicherheitsmaßnahmen ihrer Systeme machen.
Klar ist allerdings, dass man relativ nahe an die Karte und damit ihren Besitzer herankommen muss, um die Daten auszulesen. Außerdem können die Daten auf den Funkchips auch nur zum kontaktlosen Einkauf verwendet werden, für andere Transaktionen sind sie nicht zu gebrauchen.
Das kontaktlose Zahlen soll den Kunden vor allem Zeit sparen: "In vielen Fällen ist das schneller als Bargeld," gibt sich MasterCard-Vizepräsidentin Betsy Foran-Owens sicher.
Ihr Kollege Art Kranzley äußerte bereits im November, dass man auch den Einsatz von Schlüsselanhängern bzw. die Integration in Füllfedern oder Ohrringen überlege.
Mit Funkchip und Handy einkaufenSkeptische Konsumenten
Vorbild für die Programme der Kreditkartenunternehmen ist vor allem das "Speedpass"-System der Tankstellenkette ExxonMobil, das bereits 1997 eingeführt wurde und inzwischen mehr als sechs Millionen Nutzer haben soll.
"Speedpass" ist allerdings neben den Tankstellen nur in sehr wenigen Geschäften nutzbar. MasterCard und American Express wollen ihre Funkchip-Systeme dagegen in ihre bestehenden Netze integrieren und so massentauglich machen.
Unabhängige Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Etablierung der Technik mehrere Jahre duaern wird, nicht zuletzt weil Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden müssen.
Die für ihre Chipimplantate bekannte US-Firma Applied Digital Solutions [ADS] versucht schon jetzt auf den möglichen Boom aufzuspringen: RFID-Chips unter der Haut sollen als Zahlungsmittel eingesetzt werden.
Chipimplantat soll Kreditkarte ersetzen
