20.10.2003

IN JAPAN

Mit Funkchip und Handy einkaufen

Während die erste Testserie über den Einsatz von Funkchips [RFID] zur Beobachtung des Konsumenten-Verhaltens in Europa vorerst gestoppt wurde, ist man in Japan bereits einen Schritt weiter.

Im modernen Tokioter Stadtteil Roppongi Hills testet NTT DoCoMo ab November 2003 drei Monate lang den Einsatz von RFIDs in der Kombination mit Handys zur Identifizierung potenzieller Konsumenten vor Schaufenstern und als Informationsmöglichkeit im näheren Umkreis von Geschäften.

Die Tester erhalten dazu einen aktiven RFID-Chip - also mit Sender - sowie ein Mobiltelefon, auf dem die angeforderte Information angezeigt wird. Im Einzugsgebiet sind Informationspunkte installiert, die je nach Einstellung verschiedene Informationen liefern.

Die Akzeptanz der Anwendung

Auch ohne vorherige Aktivierung kann, wenn gewünscht, Information gesendet und empfangen werden. Dabei registrieren die Checkpoints den RFID-Chip automatisch und schicken, wiederum entsprechend der persönlichen Interessen, Infos über umliegende Geschäfte per E-Mail an das Handy.

Angesprochen auf den Datenschutz wurde auf der am Samstag zu Ende gegangenen Telecom World versichert, dass beim Testlauf keine persönlichen Informationen auf dem RFID-Chip gespeichert und daher auch nicht abgerufen werden können. Es werde eine auf dem Chip gespeicherte ID-Nummer geschickt, die persönliche Daten und Angaben über Interessen lägen bei NTT DoCoMo.

Dort, beeilte sich Projektleiter Kazfumi Tanaka zu versichern, würden keine spezifische Auswertungen der gesammelten Daten vorgenommen.

Akzeptanz-Test

Auch in Japan gebe es von Seiten der User Bedenken beim Einsatz von RFID, so Tanaka weiter.

Daher wolle man in dem Testlauf mit 4.000 kostenlos ausgegebenen Geräte-Kombinationen nicht nur die Bereitschaft der Kunden testen, für derartige Services zu zahlen, sondern auch die Akzeptanz bei der Anwendung der Technologie.