Australien forciert Linux per Gesetz
In Australien wurde ein Gesetz beschlossen, dass ein starkes Zeichen für Open Source setzt und die Diskussionen rund um Linux wieder anfachen dürfte.
Das Parlament des Hauptstadt-Distriktes Canberra hat in der Nacht auf Donnerstag ein Gesetz beschlossen, das die Regierung aufgefordert, bei Neuanschaffungen den Kauf von Open Source Software "in Erwägung zu ziehen".
Die ursprüngliche Formulierung "Open Source Software zu bevorzugen" wurde nach wettbewerbsrechtlichen Bedenken zwar fallen gelassen. Dennoch ist das Gesetz ein starkes Signal in Richtung Linux.
Das Gesetz folgt ähnlichen Bestimmungen, die bereits in Südaustralien und auf Bundesebene auf dem legislativen Weg sind. Auch der Bundesstaat Neusüdwales überlegt vergleichbare Maßnahmen.
Die Befürworter erwarten sich vor allem massive Einsparungen bei den Ausgaben der öffentlichen Hand. Alleine in den vergangenen sechs Monaten hätte die Regierung des Hauptstadt-Distrikts für Microsoft-Software-Lizenzen und Support 15 Mio. Australische Dollar [neun Mio. Euro] ausgegeben, sagte eine der Initiatorinnen des neuen Gesetzes.
Linux soll 2004 den Durchbruch schaffenLinux als Konjunkturbremse
Erst gestern stellte Softwarehersteller Microsoft zwei gesponserte Studien vor, wonach der Konzern nicht nur als Jobmotor in Deutschland wirkt, sondern auch den volkswirtschaftlichen Nutzen von Open Source anzweifelt wird.
Laut den Studienautoren des MICE ist freie Software wie das Betriebssystem Linux keine geeignete Alternative zum kommerziellen Softwaremarkt.
"Wenn Software unentgeltlich verfügbar ist, entstehen mit ihrer Entwicklung anders als auf dem kommerziellen Markt auch keine Erlöse, Einkommen, Arbeitsplätze und Steuern. Mit Dienstleistungen, die an die Software anknüpfen, können die Umsatzausfälle beim Softwarevertrieb nicht wieder erwirtschaftet werden", so Stefan Kooths, Leiter des Forschungsprojektes an der Universität Münster.
Warnung vor Open Source
Der Wissenschaftler sprach zudem eine Warnung vor einer
staatlichen Unterstützung von Gratissoftware-Projekten zum Beispiel
durch öffentliche Universitäten aus.
Microsoft als deutscher JobmotorZahlreiche Unterstützer
Richard Seibt, Chef der deutschen Suse, widersprach dieser Darstellung: Die von Microsoft bezahlten Studien zeigten, wie verzweifelt der Softwarekonzern versuche, gegen den Erfolg der Open-Source-Software anzugehen. Vielen Heimanwendern sei die Kombination von Windows und Microsoft Office zu teuer.
Mittlerweile haben bereits einige Regierungen ihr starkes Interesse am Einsatz von Open Source Software bekundet.
Neben der Münchner Stadtverwaltung, die ja bekanntlich ganz auf Linux umsteigen will, haben China, Japan und Südkorea die Entwicklung eines eigenen offenen Betriebsystems angekündigt. Auch Brasilien will durch den Umstieg auf Linux in Zukunft bei den Lizenzkosten einsparen.
