Black Box für Unfalldaten aus Autos
Was in der Luftfahrt bereits gang und gäbe ist, soll nun auch im Individualverkehr Einzug halten: die Sammlung von Autodaten über eine "Black Box".
Die Box ist unmittelbar mit Notfallzentralen und der Polizei verbunden und soll Unfälle sofort an die zuständigen Stellen melden. Gleichzeitig erfasst und registriert die Black Box Unfalldaten bereits direkt im Auto.
Mit der Telematik-basierten Black Box will die irische Regierung nun zum Vorreiter bei der Unfallvermeidung, Unfallforschung sowie der Bekämpfung von Versicherungsbetrug in Europa werden. Ab Mitte 2004 soll das System in Irland einsatzbereit sein.
Entwickelt wurde das System von Safety Intelligence System [SIS], einem auf die Auswertung von Unfalldaten spezialisierten US-Unternehmen, und IBM. Die Partner arbeiten gemeinsam am Aufbau des in Irland beheimatete "European Safety Data Vault".
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Die Black Box soll nicht nur Polizei und Rettung unmittelbar nach einem Unfall verständigen, sondern auch Daten sammeln, die helfen sollen, den Unfallhergang genau zu rekonstruieren sowie mögliche Unfallursachen zu ermitteln und entstandene Schäden am Auto zu erfassen.
Die Daten werden in einer zentralen Datenbank, dem "European Safety Data Vault", gesammelt und sollen Versicherungen, Unfallforschern, öffentlichen Einrichtungen und Regierungen zur Verfügung stehen. Zudem sollen sie den Autoherstellern auch Rückschlüsse über das Verhalten der Autos während des Unfalls liefern.
In den USA wurde letztes Jahr der Aufbau einer weltweiten derartigen Datenbank gestartet.
In Frankreich wurde letzten Monat ein Projekt vorgestellt, bei dem das Navigationssystem nur noch eine bestimmte Höchstgeschwindigkeit zulässt.
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Die Daten sollen aus den bereits in den Autos integrierten elektronischen Sensoren, wie in Sicherheitsgurten, Motor und Antiblockier-Bremssystemen vorhanden, gesammelt werden. Auch Messsysteme für Reifendruck sollen zusätzliche Informationen liefern.
IBM will in Zukunft die Infos aus den Autos direkt über ihre Internet-Anbindung zum Herunterladen verfügbar machen. Derzeit scheitere der Plan jedoch an den unterschiedlichen Systemen der Autohersteller, so der Hersteller im Vorjahr.
Ford begrüßte damals zwar die Initiative, den Straßenverkehr sicherer zu machen, äußerte aber Bedenken bezüglich des Datenschutzes seiner Konsumenten. Laut Ricardo Martinez von SIS können die Daten jedoch nicht mit den Lenkern direkt in Verbindung gebracht werden, da nur Teile der Autoregistrierungsnummern gespeichert werden.
