"Big Brother" geht an Berlusconi

deal
14.05.2007

Telefonica verkauft Endemol an Mediaset

Die spanische Telefonica verkauft ihren Anteil an dem niederländischen "Big Brother"-Produzenten Endemol an ein Konsortium um den italienischen Medienkonzern Mediaset.

Berlusconi und Goldman Sachs

Die Gruppe, zu der neben dem Unternehmen des italienischen Politikers Silvio Berlusconi auch die US-Investmentbank Goldman Sachs gehört, zahlt 2,63 Mrd. Euro für den verbleibenden 75-prozentigen Anteil, wie Telefonica am Montag mitteilte.

Gekauft hatte Telefonica Endemol vor sieben Jahren für 5,5 Mrd. Euro. Im November 2005 brachten die Spanier dann einen Teil an die Börse. Neben dem Konsortium um Endemol-Mitgründer John de Mol und Mediaset war auch die mexikanische Televisa an dem Unternehmen interessiert.

Neben Mediaset und Goldman Sachs zählt auch der zu Mediaset gehörende spanische Sender Telecinco zur Berlusconi-Investorengruppe. An Telecinco wiederum ist die niederländische Investmentgesellschaft Cyrte beteiligt, die ihrerseits John de Mol gehört.

Mit dem Verkauf will Telefonica den Einstieg bei seinem Wettbewerber Telecom Italia finanzieren.

De Mol hält über seine Investmentfirma Cyrte bereits 5,75 Prozent der Anteile an seiner alten Firma. Telefonica hatte Endemol im Jahr 2000 erworben, das Unternehmen konnte aber nie so richtig in die Gesamtstrategie des spanischen Telekommunikationsgiganten integriert werden.

2006 erreichte Endemol einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro und erwirtschaftete einen Gewinn vor Steuern und Abschreibungen [EBITDA] von 177,1 Millionen Euro.

De Mol, der Endemol 1994 gemeinsam mit seinem ehemaligen Konkurrenten Joop van den Ende gegründet hatte, legte kürzlich ein morbides Interesse für klassische Trash-Movies an den Tag: Er möchte den klassischen britischen B-Movie-Produzenten Hammer Films reanimieren.

(APA | Reuters | AFP | futurezone)