Jetzt will Berlusconi Endemol kaufen
"Endemol-Programme passen gut zu unseren Sendern"
Italiens größter Privatsender Mediaset plant eine Übernahme der niederländischen Produktionsfirma Endemol. Partner eines entsprechenden Angebots für den "Big Brother"-Produzenten sei Endemol-Gründer John de Mol, sagte Mediaset-Chef Giuliano Adreani am Mittwoch. "Ich glaube, die Endemol-Programme passen gut zu unseren Sendern", begründete er den Schritt. Hinter Mediaset steht Italiens ehemaliger Regierungschef Silvio Berlusconi.
Telefonica verkauft
Der spanische Telekom-Riese Telefonica will seinen 75-prozentigen Endemol-Anteil verkaufen. Ende Februar war durchgesickert, dass John de Mol darüber nachdenkt, gemeinsam mit einem Partner die von ihm einst gegründete Produktionsfirma zurückzukaufen.
Daraufhin gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Gerüchte über mögliche Käufer des Unternehmens, darunter auch so unwahrscheinliche Kandidaten wie den französischen Luxusgüter-Konzern LVMH. Zuletzt hatte Gerhard Zeiler, Chef der RTL Group, zu Protokoll gegeben, dass sein Unternehmen nicht daran interessiert sei, Endemol zu kaufen.
Planloser Gigant
John de Mol arbeitet seit mehr als 30 Jahren im TV-Geschäft. Mit seinem einstigen Rivalen Joop van den Ende gründete er 1994 die wegen ihrer Reality-Programme umstrittene Produktionsfirma Endemol. Im Jahr 2000 wurde das Unternehmen an Telefonica für 5,5 Milliarden Euro verkauft.
Die Spanier brachten mehr als 20 Prozent im November 2005 an die Börse. Telefonica ließ nach dem Kauf von Endemol eine Strategie im Umgang mit dem neuen Unternehmensteil vermissen, die Erweiterung der Konzernaktivitäten in Richtung Medienproduktion wurde bald gestoppt.
Endemol-Aktien verloren in Amsterdam bis zum späten Mittwochvormittag rund 0,7 Prozent. Mediaset notierten an der Mailänder Börse etwa 0,4 Prozent schwächer. In Madrid gaben Telefonica-Aktien mehr als zwei Prozent nach.
(Reuters | futurezone)
