Motorola lagert Halbleitergeschäft aus
Der weltweit zweitgrößte Handyhersteller Motorola will sein Halbleitergeschäft in eine eigene Gesellschaft ausgliedern und diese zumindest zum Teil an die Börse bringen.
Die Aktien des US-Unternehmens reagierten am Montag zur Handelseröffnung mit einem Kurssprung von knapp acht Prozent auf die Ankündigung.
Mit dem Schritt wolle sich Motorola stärker auf Mobiltelefone und Netzwerke konzentrieren, teilte der Konzern in einer überraschenden Erklärung mit. Details der Ausgliederung stünden noch nicht fest.
Das neue Unternehmen solle allerdings durch Zukäufe von neuen Produktlinien und Technologien expandieren.
Vor rund zwei Wochen hatte Motorola-Chef Christopher Galvin, Enkel des Firmengründers Peter Galvin, nach einem Streit im Management über die künftige Strategie des Technologiekonzerns seinen Rücktritt angekündigt. Eine Überarbeitung des Geschäftsmodells durch die neue Fürhung wurde erwartet.
Gründer-Enkel Galvin verlässt MotorolaNur noch Hardware-Produzent
Im Zeitalter der Spezialisierung war Motorola einer der letzten US-Elektronikkonzerne, die sowohl Chips als auch fertige Hardware-Produkte herstellen.
Seit zwei Jahren leidet die ganze Halbleiterbranche aber unter einem enormen Preisdruck, der auch Motorola in diesem Geschäftsbereich anhaltende Verluste bescherte.
In den letzten Jahren investierte der Konzern, der im vergangenen Jahr weltweit zu den zehn größten Halbleiterproduzenten gehörte, nicht mehr in die neuste Produktionstechnologie, sondern setzte vor allem auf Entwicklungspartnerschaften mit anderen Konzernen.
Die Chip-Sparte machte zuletzt knapp 18 Prozent des Motorola-Konzernumsatzes aus.
Im zweiten Quartal war der Umsatz der Sparte um elf Prozent auf 1,1 Milliarden USD gefallen, der operative Verlust hatte sich auf 125 Millionen USD von 1,3 Milliarden USD im Vorjahresquartal verringert.
Motorola verzeichnet Umsatzrückgang
