06.10.2003

NO MORE CHIPS

Motorola lagert Halbleitergeschäft aus

Der weltweit zweitgrößte Handyhersteller Motorola will sein Halbleitergeschäft in eine eigene Gesellschaft ausgliedern und diese zumindest zum Teil an die Börse bringen.

Die Aktien des US-Unternehmens reagierten am Montag zur Handelseröffnung mit einem Kurssprung von knapp acht Prozent auf die Ankündigung.

Mit dem Schritt wolle sich Motorola stärker auf Mobiltelefone und Netzwerke konzentrieren, teilte der Konzern in einer überraschenden Erklärung mit. Details der Ausgliederung stünden noch nicht fest.

Das neue Unternehmen solle allerdings durch Zukäufe von neuen Produktlinien und Technologien expandieren.

Nur noch Hardware-Produzent

Im Zeitalter der Spezialisierung war Motorola einer der letzten US-Elektronikkonzerne, die sowohl Chips als auch fertige Hardware-Produkte herstellen.

Seit zwei Jahren leidet die ganze Halbleiterbranche aber unter einem enormen Preisdruck, der auch Motorola in diesem Geschäftsbereich anhaltende Verluste bescherte.

In den letzten Jahren investierte der Konzern, der im vergangenen Jahr weltweit zu den zehn größten Halbleiterproduzenten gehörte, nicht mehr in die neuste Produktionstechnologie, sondern setzte vor allem auf Entwicklungspartnerschaften mit anderen Konzernen.

Die Chip-Sparte machte zuletzt knapp 18 Prozent des Motorola-Konzernumsatzes aus.