Gründer-Enkel Galvin verlässt Motorola
Der Chef des weltweit zweitgrößten Handy-Herstellers Motorola, Christopher Galvin, hat wegen unterschiedlicher Ansichten zur Firmenstrategie seinen Rücktritt angekündigt.
"Obwohl ich beträchtliche Ergebnisse erzielt habe, haben der Vorstand und ich nicht die gleichen Ansichten zum Tempo, zur Strategie zum Fortschritt der Firma zu dieser Phase des Wiederaufschwungs", erklärte Galvin am Freitag.
Galvin werde seinen Posten noch so lange behalten, bis ein Nachfolger gefunden sei, teilte das Unternehmen mit.
Der 53-jährige Galvin ist der Enkel des Firmengründers Peter Galvin. Er war CEO seit Januar 1997 und Chairman seit Juni 1999. Investoren haben angesichts des Rückgangs im Telekommunikationsbereich seine Fähigkeit in Frage gestellt, den Konzern zu leiten.
Christopher B. GalvinAktienkurs um 46 Prozent abgesackt
Unter Galvins sechsjähriger Leitung hat der einst weltgrößte Handy-Anbieter die Führung im globalen Handy-Markt an den finnischen Konkurrenten Nokia verloren, zeitweise Milliardenverluste verbucht und mehr als 60.000 Mitarbeiter entlassen.
Nokia verfügt inzwischen über einen weltweiten Marktanteil von rund 36 Prozent, während es Motorola nur noch auf knapp 15 Prozent bringt.
Motorola hatte nach Darstellung der Wirtschaftsagentur "Bloomberg" 1996 noch einen Marktanteil von 26 Prozent, Nokia kam damals auf 20 Prozent.
Auch der Aktienkurs war während Galvins Amtszeit um 46 Prozent abgesackt.
