02.09.2003

RÜCKBAU

Vivendi wird wieder Telekom

Der hoch verschuldete französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi Universal will Teile seine Unterhaltungssparte, darunter das Universal-Filmstudio und amerikanische Kabel-TV-Kanäle, an den zum US-Mischkonzern General Electric [GE] gehörenden TV-Sender NBC verkaufen.

Dadurch entsteht einer der größten Konzerne in der weltweiten Unterhaltungsindustrie. Wie Vivendi nach einem Treffen des Verwaltungsrats mitteilte, soll das neue Unternehmen zu 80 Prozent GE gehören.

Nach einem wochenlangen Bieterwettstreit ging damit ein Konsortium um den Großinvestor Edgar Bronfman jr. leer aus, das zuletzt ebenfalls noch für Vivendi Universal Entertainment [VUE] geboten hatte.

Schuldenabbau

Vivendi wollte für seinen Entertainement-Geschäftsbereich Universal, zu dem auch Freizeitparks und TV-Kabelkanäle in den USA gehören, ursprünglich rund 14 Mrd. USD [13 Mrd. Euro] erlösen.

Cegetel ist "passender"

Die Vivendi Univeral SA, Paris, wird nach der Fusion ihrer Unterhaltungssparte mit dem Fernsehsender NBC wahrscheinlich ihren Namen ändern:

"Der Name Cegetel wäre passender", sagte der Vorstandsvorsitzende Jean-Rene Fourtou am Dienstag. Cegetel ist die Telekommunikationssparte von Vivendi und die Hauptertragsquelle.

Fourtou erklärte weiter, dass sich Vivendi gegen einen Verkauf seiner Videospiele-Sparte entschieden habe. Auch die Musik-Sparte werde Vivendi behalten. Beide Geschäftsfelder waren zunächst auch zum Verkauf vorgesehen.

Vivendi prüfe nun die Aufteilung des Konzern in zwei eigenständige Unternehmen. Eine Gesellschaft werde die Telekom-Vermögenswerte umfassen, die andere die verbleibenden Entertainment-Bereiche.