Vivendi wird wieder Telekom
Der hoch verschuldete französisch-amerikanische Medienkonzern Vivendi Universal will Teile seine Unterhaltungssparte, darunter das Universal-Filmstudio und amerikanische Kabel-TV-Kanäle, an den zum US-Mischkonzern General Electric [GE] gehörenden TV-Sender NBC verkaufen.
Dadurch entsteht einer der größten Konzerne in der weltweiten Unterhaltungsindustrie. Wie Vivendi nach einem Treffen des Verwaltungsrats mitteilte, soll das neue Unternehmen zu 80 Prozent GE gehören.
Nach einem wochenlangen Bieterwettstreit ging damit ein Konsortium um den Großinvestor Edgar Bronfman jr. leer aus, das zuletzt ebenfalls noch für Vivendi Universal Entertainment [VUE] geboten hatte.
Mit dem Erlös für VUE will Vivendi seinen Schuldenberg abbauen. Einige Interessenten waren in den vergangenen Wochen abgesprungen.
Vivendi-Unterhaltung vor NBC-FusionSchuldenabbau
Vivendi wollte für seinen Entertainement-Geschäftsbereich Universal, zu dem auch Freizeitparks und TV-Kabelkanäle in den USA gehören, ursprünglich rund 14 Mrd. USD [13 Mrd. Euro] erlösen.
Mit dem Geld soll der Schuldenberg in etwa gleicher Größenordnung abgebaut werden, der auf den Expansionskurs des vor einem Jahr entlassenen Vorstandschef Jean-Marie Messier zurückgeht.
Vivendi will nur noch Telekom-GeschäftCegetel ist "passender"
Die Vivendi Univeral SA, Paris, wird nach der Fusion ihrer Unterhaltungssparte mit dem Fernsehsender NBC wahrscheinlich ihren Namen ändern:
"Der Name Cegetel wäre passender", sagte der Vorstandsvorsitzende Jean-Rene Fourtou am Dienstag. Cegetel ist die Telekommunikationssparte von Vivendi und die Hauptertragsquelle.
Fourtou erklärte weiter, dass sich Vivendi gegen einen Verkauf seiner Videospiele-Sparte entschieden habe. Auch die Musik-Sparte werde Vivendi behalten. Beide Geschäftsfelder waren zunächst auch zum Verkauf vorgesehen.
Vivendi prüfe nun die Aufteilung des Konzern in zwei eigenständige Unternehmen. Eine Gesellschaft werde die Telekom-Vermögenswerte umfassen, die andere die verbleibenden Entertainment-Bereiche.
Eine Entscheidung über die Aufspaltung soll in den nächsten Monaten getroffen werden.
2002: Gute Zahlen durch Telekom- und Mediensparte
