Vivendi will nur noch Telekom-Geschäft
Der französische Medienriese Vivendi Universal nimmt endgültig Abschied von Hollywood.
Vivendi-Chef Jean-Rene Fourtou hat auf einem Aktionärstreffen Spekulationen über die künftige Marschrichtung des Konzerns beendet und die Konzentration auf das Telekommunikationsgeschäft verkündet.
Vivendi Universal Entertainment [VUE], zu dem neben dem Hollywood-Studio Universal auch Kabelsender wie USA Network und SciFi Channel sowie Themenparks gehören, soll ganz oder in Teilen verkauft werden. Auch die Game-Softwaresparte wird demnach zu Geld gemacht.
Unklar ist nach wie vor die Zukunft des größten Musiklabels der Welt, Universal Music, das Fourtou offenbar noch nicht verkaufen will.
2002: Rekordverlust für VivendiIllusionen
Fourtou begründete seine Entscheidung gegenüber den Aktionären mit der ernüchternden Analyse, dass es "illusorisch" sei, das Film- und Fernsehgeschäft in den USA von Paris aus erfolgreich zu kontrollieren. Anders sieht es mit dem Pay-TV-Geschäft in Frankreich aus, Canal Plus wird demnach nicht verkauft.
Vivendi will sich in Zukunft vor allem auf den Geschäftsbereich konzentrieren, der schon jetzt den Hauptanteil der Gewinne bringt, die Telekom-Branche. In diesem Bereich werden keine Beteiligungen verkauft. Damit ist auch der Verkauf des 35-prozentigen Anteils an der Maroc Telecom vom Tisch, Vivendi strebt dort sogar die Mehrheit an. An dem profitablen französischen Mobilfunkbetreiber Cegetel/ SFR hält der Konzern 70 Prozent.
Weiterhin offen ließ Fourtou die Zukunft von Universal Music. Hier sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen. Der Vivendi-Chef dürfte jedoch der Meinung sein, dass derzeit kein angemessener Preis für den Marktführer im Musikgeschäft zu bekommen sei.
Die Trennung von Universal Music könnte daher aufgeschoben werden. Die Erlöse aus dem Verkauf von VUE und der Game-Sparte sollen den Schuldenberg reduzieren, der Ende 2002 bei 12,3 Mrd. Euro lag, und die Liquidität des Konzerns sichern.
