Kein Handyverbot an Österreichs Schulen

19.03.2007

Das in Italien verordnete Handyverbot an Schulen findet in Österreich keine Anhänger: Unterrichtsministerium und Lehrer sind sich einig, dass die Schulen die Nutzung per Hausordnung selbst regeln können. Dabei treten derzeit kaum Probleme auf.

Die italienische Regierung hatte am vergangenen Freitag ein Handyverbot an Schulen erlassen. Die Strafen für Verstöße reichen von der Konfiszierung des Handys bis zum Ausschluss von Abschlussprüfungen.

In Österreich ist ein solches Verbot derzeit nicht angedacht, wie ORF.at auf Anfrage beim Unterrichtsministerium erfuhr. "Der Umgang mit Handys ist derzeit im Rahmen der Hausordnung geregelt. Das bleibt den Schulen überlassen", so Petra Hafner, Sprecherin von Unterrichtsministerin Claudia Schmied [SPÖ].

"Läuft relativ friktionsfrei"

Auch von Lehrerseite gibt es Übereinstimmung mit dieser Linie des Ministeriums: "In den meisten Schulen herrscht eine Regelung, die beiden Seiten entgegenkommt", so Walter Riegler von der ARGE Lehrer bei der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst [GÖD].

Die Schüler dürften zwar ein Handy dabeihaben, dieses müsse aber während des Unterrichts ausgeschaltet bleiben. "Derzeit läuft das relativ friktionsfrei", ´so Riegler.

Italien ist der Tageszeitung "Corriere della Sera" zufolge der erste europäische Staat, der ein landesweites Verbot für Handys an Schulen erlassen hat.

Gewaltvideos als Auslöser

Zwar habe es auch vereinzelt Zwischenfälle mit Gewaltvideos gegeben. Das liege aber nicht nur an den Handys, sondern könne auch mit Digicams passieren. "Mit der derzeitigen Regelung können wir gut leben", sagte Riegler, "sollte es schlimmer werden, werden wir uns etwas anderes überlegen."

Das Verbot in Italien folgte einer Reihe von schockierenden Zwischenfällen an Italiens Schulen. Im November wurden Aufnahmen bekannt, die zeigten, wie Klassenkameraden einen behinderten Schüler tyrannisierten.

Handyverbot auch in Bayern

Nach dem Verbot von Handys wird in Bayern nun auch überlegt, generell digitale Speichermedien wie MP3-Player an Schulen zu verbieten. Damit soll die Verbreitung von jugendgefährdenden Inhalten verhindert werden.

(futurezone | Nayla Haddad)