Handyverbot an Italiens Schulen
Die italienische Regierung hat verboten, dass Schüler ihre Mobiltelefone an der Schule verwenden. Die Strafen für Verstöße reichen von der Konfiszierung des Handys bis zum Ausschluss von Abschlussprüfungen.
Mit dem Verbot solle der Störung des Unterrichts und der Aufzeichnung von Gewaltvideos ein Ende bereitet werden, sagte Bildungsminister Giuseppe Fioroni am Freitag.
Die Strafen für Verstöße reichten von der Wegnahme des Mobiltelefons bis hin zum Ausschluss des Schülers von den Abschlussprüfungen. Es sollten harte Sanktionen erfolgen, wenn die Verstöße ein rechtliches Nachspiel hätten oder die Sicherheit gefährdeten, betonte Fioroni.
Videobelästigung
Das Verbot folgt einer Reihe von schockierenden Zwischenfällen an Italiens Schulen. Im November wurden Aufnahmen bekannt, die zeigten, wie Klassenkameraden einen behinderten Schüler tyrannisierten.
Sie hatten das mit einer Handykamera gefilmt und die Bilder anschließend ins Internet gestellt. In einem anderen Fall nahmen Schüler einander bei der Belästigung einer Lehrerin auf.
Italien ist der Tageszeitung "Corriere della Sera" zufolge der erste europäische Staat, der ein landesweites Verbot für Handys an Schulen erlassen hat.
Die wahre Avantgarde in Sachen Gadget-Verbot an Schulen regiert aber keineswegs in Rom, sondern im Freistaat Bayern. Dort steht das Arsenal zeitgenössischer Zerstreuungsgerätschaften schon lange auf der Verbotsliste. Auch in Frankreich gibt es Überlegungen, Handys an Schulen zu verbieten.
(Reuters)
