Bayern will nun MP3-Player verbieten
Nach dem Verbot von Handys wird in Bayern nun auch überlegt, generell digitale Speichermedien wie MP3-Player an Schulen zu verbieten. Damit soll die Verbreitung von jugendgefährdenden Inhalten verhindert werden.
Die Neuregelung solle in das bayerische Erziehungs- und Unterrichtsgesetz aufgenommen werden, so ein Ministeriumssprecher am Freitag.
Das Verbot digitaler Speichermedien an bayerischen Schulen werde so allgemein formuliert, dass auch künftige technische Entwicklungen mit dem Gesetz abgedeckt würden. Dabei sollen die Schüler die Geräte zwar dabei haben, aber nicht in den Pausen nutzen dürfen.
Kritik von Lehrern
Die geplante Ausweitung auf Walkmans, Discmans und MP3-Player stößt allerdings auf scharfe Kritik.
Der Deutsche Lehrerverband kritisierte "das geplante Totalverbot digitaler Medien" als reinen Aktionismus. "Ein MP3-Player ist zwei mal fünf Zentimeter groß", so der Vorsitzende Josef Kraus und fragt: "Sollen wir demnächst Leibesvisitationen machen oder Metalldetektoren einsetzen?"
Während des Unterrichts sei die Nutzung solcher Geräte ohnehin verboten. Auf dem Pausenhof, in den Toiletten und in den Gängen sei ein Verbot hingegen nicht zu kontrollieren.
Die geplanten Verbote seien unrealistisch, unpädagogisch und unsinnig. "Es geht darum, wie man mit diesen Geräten vernünftig umgeht - und das muss Ziel einer pädagogischen Arbeit sein", SPD-Bildungsexperte Hans-Ulrich Pfaffmann.
Keine Handys an Bayerns Schulen
Erst vor kurzem wurde nach einer Reihe von Porno- und Gewaltvideos auf Schülerhandys in Bayern ein Nutzungsverbot von Handys an Schulen beschlossen.
Bayern verzichtete allerdings auf ein grundsätzliches Handyverbot an Schulen, wie es in der hitzig geführten Debatte auch gefordert wurde.
Das bayerische Kabinett beschloss stattdessen, künftig die Benutzung von Handys außer während des Unterrichts auch in den Pausen zu verbieten.
Der Generalsekretär der CSU, Markus Söder, hatte überhaupt neue Regeln im Jugendschutz und ein generelles Handyverbot an allen Schulen gefordert.
(APA | dpa)
