15.08.2003

US-BLACKOUT

Internet vom Stromausfall unbeeindruckt

Der größte Stromausfall in der US-Geschichte, der am Donnerstag [Ortszeit] den Nordosten der Vereinigten Staaten und den Süden Kanadas lahm legte, hat so gut wie keine Auswirkungen auf die Funktion des Internets gehabt.

Die Internet-Infrastruktur in der wichtigen Region, die Server-Center, in denen wichtige Websites gehostet werden, und viele große Firmennetzwerke wurden von den dafür vorgesehenen Notstromversorgungen problemlos am Laufen gehalten.

Sprecher von AT&Ts Global Network Operations Center und Cable & Wireless, die zusammen einen große Teile des internationalen Netzverkehrs abwickeln, sagten, dass ihre Back-Up-Systeme jeweils problemlos die Ausfälle überbrücken konnten und der Blackout keine Auswirkungen auf die Internet-Backbones gehabt habe.

Ein Manager von der Web-Monitoring-Firma Keynote Systems erklärte, dass die Notstrom-Generatoren der wichtigen Daten-Center und der Internet-Knotenpunkte sogar problemlos einen Stromausfall von zwei oder drei Tagen überbrücken könnten.

Unterdessen überstanden auch die große Nachrichten-Seiten den Ansturm der informationshungrigen Öffentlichkeit außerhalb des Blackout-Gebietes ohne nennenswerte Zwischenfälle.

Börsen unbeeindruckt

Die New Yorker Börse, die zum Zeitpunkt des Stromausfalls bereits geschlossen hatte, hat am Freitag den Handel zur gewohnten Zeit wieder aufgenommen. Die Börse und die Nasdaq verfügen über Notstromaggregate.

Es seien keine Daten der Handelssitzung vom Donnerstag verloren gegangen, sagte ein Sprecher der Börse. Die Terminkontrakte deuteten auf eine schwächere Eröffnung der US-Aktienmärkte.

Da am Freitag alles wieder funktioniert, hat der Stromausfall keine größeren Folgen an der Wall Street, sagte die Vermögensverwalterin Janna Sampson von OakBrook Investments. "Nur je länger es dauert, umso schlimmer wird es. Dann bekommt man Liquiditätsprobleme, weil man kein Geld mehr bewegen kann."

Münztelefone und Pager statt Handy

Während des Blackouts waren auch die Mobilfunknetze weitgehend ausgefallen und so bildeten sich schnell lange Schlangen vor öffentlichen Münz- und Kartentelefonen.

Waren Taschenlampen nicht zur Hand, versuchte man mit der spärlichen Beleuchtung des MP3-Player- oder Handy-Displays in Gebäuden den Weg zum nächsten Festnetz-Telefon zu finden.

Auch die längst aus der Mode gekommenen Pager feierten in dieser Nacht ihr Revival. Besitzer der veralteten Piepser wurden man von Verwandten und Bekannten in nicht betroffenen Bundesstaaten mit den neuesten Entwicklungen zum Stromausfall am laufenden gehalten.