15.08.2003

DUNKELHEIT

Spekulationen über Blackout-Ursache

Sofort nach Beginn des Blackouts wurde in vielen Medien über einen Zusammenhang mit dem Wurm "MSBlaster" [oder auch "Lovesan"] spekuliert, der im Laufe dieser Woche zehntausende Windows-Systeme befallen hat.

Nach einem Bericht von "Heise Security" könnte der Virus Ursache des riesigen Stromausfalls gewesen sein, da die Not-Abkopplung defekter Kraftwerke vom Stromnetz mit Hilfe von Microsoft-basierten Computersystemen geschehe.

Alan Paller vom SANS-Institut stellte hingegen klar, dass es "extrem unwahrscheinlich" sei, dass die Rechner, die kritische Infrastrukturen wie die Stromversorgung kontrollieren, unter Windows liefen.

Möglicher Einsatz von MS-Systemen

Laut Daniel Bachfeld von Heise Security ist das ausgefallene Kraftwerk in der Nähe der Niagarafälle an ein Verbundnetz-Zentrum angeschlossen, das betroffene Versorgungsgebiete notfalls schnell vom Netz nehmen solle, um einen Zusammenbruch weiterer angeschlossener Kraftwerke zu verhindern.

Sollte das Netz von dem Wurm befallen worden sein, könne die Kommunikation zum Erliegen gekommen sein, da der Virus regelmäßige Abstürze und Neustarts der befallenen Rechner auslöse.

Dabei sei der Verdacht, dass MS-System eingesetzt werden, nicht ganz unbegründet. Das betroffene Kraftwerk sei Referenzkunde des Softwarunternehmens Northern Dynamics.

Dieses setze mit seinen Kontroll- und Steuerungssystemen auf die von Microsoft entwickelte Prozesskontrolltechnik OPC, die ebenfalls jene Sicherheitslücke aufweise, die MSBlaster zum Angriff nutze.