02.08.2003

AUSSCHREIBUNG

Countdown für Iraks Handynetz läuft

Die von den USA eingesetzte Verwaltung im Irak nimmt seit Donnerstag Angebote für die drei ausgeschrieben Mobilfunklizenzen entgegen.

Nun wurde Kritik laut, die einen Passus in der Ausschreibung, wonach Regierungen mit maximal fünf Prozent an den mitbietenden Firmen beteiligt sein dürfen, bemängelt. Sie sehen darin vor allem einem Vorteil für US-Firmen, die üblicherweise in Privathand sind.

Zudem könnten Firmen wie Batelco ausgeschlossen werden, die vor kurzem mit einem funktionsfähigen GSM-Netzwerk in Bagdad von sich reden machten. Batelco gehört zu 36 Prozent dem Statt Bahrain.

Ein Sprecher von Batelco sagte, aufgrund dieser Klausel könne keine Telekomfirma des Mittleren Ostens an der Ausschreibung teilnehmen, da Regierungen an ihnen beteiligt sind.

Zahlreiche Regierungsbeteiligungen

Batelco will jedoch trotzdem in einem Joint-Venture mit einer irakischen Firma an der Ausschreibung teilnehmen, der Mobilfunker hat Investitionen von 50 Mio. USD angekündigt.

Auch Kuwaits MTC-Vodafone, deren Netz ebenfalls kurzzeitig in Bagdad in Betrieb war, gehört zu 25 Prozent dem kuwaitischen Staat, dem auch Teile des MTC-Konkurrenten Wataniya Telecom gehören, die sich ebenfalls für eine Handy-Lizenz im Irak interesserien.

Laut dem Berater des irakischen Kommunikations-Ministeriums sind die fünf Prozent zwar nicht "starr", doch am Prinzip ändere sich nichts: man wolle nicht, dass eine Regierung eine Kontrollposition erhält.

Ein Sprecher der irakischen Verwaltung sagte, der Passus sei ein Punkt, von dem bereits geplant war ihn noch einmal näher unter die Lupe zu nehmen.

Bau ab 25. September

Bis 14. August werden Angebote für die Handynetze entgegengenommen, am 5. September sollen dann die Lizenzen vergeben werden. Innerhalb von 20 Tagen nach Erhalt der Lizenz sollen die Firmen beginnen ihre Netzwerke aufzubauen.

Bereits unter Saddam Hussein sollen Vorbereitungen für ein Handynetz, unter anderem Türme und Glasfaserkabel, getroffen worden sein, die jedoch aufgrund des Handelsembargos nicht abgeschlossen werden konnten, sagen Mitglieder der irakischen Verwaltung.

Schätzungen gehen von Kosten für das Handynetz von 80 bis 200 Mio. USD aus, je nach Anzahl der Teilnehmer. Die bestehende [und intakte] Infrastruktur soll dabei übernommen werden können.