11.07.2003

JAPAN

Handykameras "gefährden die Moral"

Während sie hier zu Lande gerade neue Impulse für den Handymarkt bringen sollen, sind Kamerahandys in weiten Teilen Asiens aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken.

Die Möglichkeiten, welche die eingebauten Kameras in den Handys den Usern bieten, bringen jedoch auch Verhaltensformen an den Tag, die nicht von allen Betroffenen goutiert werden.

In Japan wurden Personen verhaftet, die mit ihren Kamerahandys Frauen in überfüllten U-Bahnen oder Geschäften unter den Rock fotografiert haben. Dafür wurden Strafen bis zu 4.200 USD verhängt.

Öffentliche Badehäuser sind bereits zur Sperrzone für derartige Handys erklärt worden. Nicht jeder vermutet in den Mobiltelefonen eine Kamera, und die Auslösegeräusche werden zudem oft überdeckt.

Widerstand gegen Handyregelung

Ein anderes Problem ist der digitale Ladendiebstahl. In Japan verschickte die Vereinigung der Magazinherausgeber Plakate, auf denen die Kunden mit dem Slogan "Magazinliebhaber achten auf ihre Manieren" aufgefordert wurden, die Magazine nicht heimlich zu fotografieren, um so dem Kauf zu entgehen.

Solange sie für den privaten Gebrauch sind und nicht weitergegeben werden, verstoßen derartige Aufnahmen zwar nicht gegen das japanische Gesetz, doch die Herausgeber befürchten Umsatzverluste.

Bis dato wurde in Asien noch kein Vorstoß unternommen, den Handygebrauch von staatlicher Seite her zu reglementieren. Die südkoreanischen Hersteller haben sich jedoch bereits gegenüber der Regierung gegen eine solche Maßnahme ausgesprochen, da das ihrer Meinung nach die Verkaufszahlen gefährden könnte.