Infineon sieht keine Gefahr einer Zerschlagung

KONZERNE
18.07.2009

Unternehmenschef verteidigt möglichen Einstieg von US-Investor

Peter Bauer, Chef des Halbleiterkonzerns Infineon, hat Befürchtungen um eine Zerschlagung des Unternehmens nach dem Einstieg des Finanzinvestors Apollo zurückgewiesen. "Nein, dieses Szenario sehe ich nicht", sagte er der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"). Stattdessen will Bauer selber zukaufen: "Mittelfristig sehen wir den Konsolidierungsdruck der Branche zunehmen (...) Und wir werden durchaus in der Lage sein, zuzukaufen."

"An langfristigem Engagement orientiert"

Infineon will über eine Kapitalerhöhung bis zu 725 Millionen Euro einnehmen und damit seine hohen Schulden tilgen. Vom 20. Juli bis 3. August können die Altaktionäre die neuen Anteilsscheine erwerben. Sollten dann noch Papiere übrig sein, würde der Finanzinvestor Apollo einspringen und mit maximal knapp 30 Prozent bei Infineon einsteigen. "Sie sind uns willkommen", sagte Bauer. "Apollo ist ein Partner, der an einem langfristigen Engagement orientiert ist."

Gewerkschaft befürchtet Spartenverkäufe

Die IG Metall fürchtet, dass Apollo den Einstieg über Spartenverkäufe refinanziert. Von dem Geschäft mit drahtgebundenen Kommunikationschips hatte sich Infineon jüngst getrennt, weiteren Verkäufen aber eine klare Absage erteilt. Die Münchner stellen noch Chips für die Autoindustrie, für Maschinen, Sicherheitsanwendungen und Handys her. Die Wirtschaftskrise und Managementfehler hatten Infineon in schwere Not gebracht. Tausende Mitarbeiter fielen einem Sparprogramm zum Opfer.

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(dpa)