Infineon macht sich für Investor schön

Q3 2009
16.07.2009

Mobilfunksparte schreibt nach langem wieder Gewinn

Kurz vor dem Einstieg des Finanzinvestors Apollo kann der Halbleiterkonzern Infineon in seiner gebeutelten Mobilfunksparte mit dem ersten Gewinn seit Jahren aufwarten.

Im abgelaufenen dritten Quartal seien auf operativer Basis 19 Millionen Euro verdient worden, teilte Infineon am Donnerstag überraschend mit. Auch im Industriechip-Geschäft und in kleineren Bereichen stand den Angaben zufolge ein Gewinn zu Buche.

Dagegen schrieb der Autozulieferbereich einen Verlust von 17 Millionen Euro, in den Zentralfunktionen fiel ein Minus von 13 Millionen Euro an. Rein rechnerisch erreichte Infineon damit einen operativen Gewinn von acht Millionen Euro.

Keine Angaben zu Sonderlasten

Allerdings machte der Konzern keine Angaben zu Sonderlasten, etwa Nachwirkungen der Pleite der Tochter Qimonda. Diese dürften das Unternehmen im vergangenen Quartal noch in die roten Zahlen gedrückt haben. Ende Juni hatte Infineon-Chef Peter Bauer selbst angekündigt, sein Haus werde operativ leicht unter der Gewinnschwelle bleiben.

Der Konzernumsatz stieg im dritten Quartal nach vorläufigen Berechnungen gegenüber dem vorangegangen Vierteljahr wie zuletzt prognostiziert um 13 Prozent auf 845 Millionen Euro, lag aber noch immer 18 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die endgültigen Quartalszahlen sollen am 29. Juli veröffentlicht werden.

Finanzinvestor Apollo kurz vor Einstieg

Infineon veröffentlichte die Zahlen kurz vor Beginn der Kapitalerhöhung, mit der der Finanzinvestor Apollo bei dem Unternehmen aus Neubiberg bei München einsteigen soll. Die Kapitalaufstockung, die rund 725 Millionen Euro in die leeren Kassen des Chipherstellers spülen soll, beginnt am 20. Juli und endet am 3. August. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin genehmigte den Plan, bis zu 337 Millionen Aktien zu einem Preis von 2,15 Euro pro Stück auszugeben.

Ab dem 7. August steigt Apollo zum größten Einzelaktionär von Infineon auf. Den Plänen zufolge sollen die Amerikaner dann knapp 30 Prozent halten. Das Private-Equity-Unternehmen hat allerdings den Anspruch auf einen kompletten Rückzieher, sollte es im Zuge der Emission nicht auf einen Anteil von mindestens 15 Prozent an dem Halbleiterbauer kommen.

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