23.05.2003

IRAK

Bildquelle: ORF.at

Kritik an Mobilfunkauftrag für MCI

Der Auftrag des US-Verteidigungsministeriums an den US-Telefonriesen MCI für den Aufbau eines kleinen Mobilfunknetzes im Irak ruft zahlreiche Kritiker auf den Plan.

MCI [vormals WorldCom und damit verantwortlich für einen der größten Bilanzfälschungsskandale in den USA] war bis dato als kommerzieller Mobilfunker nicht gerade in den Vordergrund getreten.

Der Sprecher von Konkurrent AT&T wundert sich vor allem, warum der Regierungsauftrag ausgerechnet an eine Firma vergeben wurde, die derart unrühmlich Schlagzeilen gemacht hat und weist auf die vielen anderen qualifizierten und finanziell stabilen Firmen, inklusive seiner eigenen, hin.

Zudem sei für den Auftrag keine öffentliche Ausschreibung aufgelegen, sagen andere Kritiker.

Haiti und Afghanistan

MCI-Sprecherin Natasha Haubold sieht ihre Firma durch Erfahrungen als Mobilfunkreseller in Haiti 1990 und 2002 in Afghanistan ausreichend gerüstet.

Die Verstrickungen zwischen MCI und der US-Regierung, die Haubold zudem hervorstrich, erzürnte die Kritiker jedoch aufs Neue. Sie argumentieren, dass andere Firmen wie Enron oder Arthur Anderson keine Verträge mit der Regierung mehr bekommen würden.

Auch die 500 Millionen USD Strafe, welche die US-Behördenaufsicht SEC Anfang der Woche über Enron verhängt hat, sehen viele angesichts der Tatsache, dass MCI an achter Stelle bei den Regierungsvertragspartner liegt, als zu niedrig an.

Neben diesen Verträgen, bei denen MCI Hauptvertragspartner ist, würde der Konzern noch mehr US-Steuergelder aus weiteren Verträgen als Subunternehmer lukrieren, so die Kritik.