05.05.2003

INFRASTRUKTUR

Bildquelle: PhotoDisc

Keine Telekom-Pläne für Irak

Die USA haben ihre Pläne für den Aufbau von Telekommunikationsnetzen im Irak geändert.

Waren Politik und Hardware-Branche bisher davon ausgegangen, dass die Vergabe millionenschwerer Aufträge unmittelbar bevorstünde, hat die zuständige US-Behörde nun klargestellt: "Wir machen nichts mit Telekommunikation im Irak."

Vielmehr soll der Wiederaufbau des durch zwei US-Kriege zerstörten Festnetzes und der durch das von den USA initiierte UNO-Embargo bisher verhinderte Aufbau von Mobilfunk-Infrastruktur der ersten irakischen Regierung überlassen werden. Offensichtlich scheut man nicht nur den vom republikanischen Kongressabgeordneten Darrel Issa eröffneten Streit über die anzuwendende Technologie. Auch die erwarteten Kosten dürften den Rückzieher bewirkt haben.

Die Bedürfnisse der eigenen Truppen werden aber nicht aus den Augen verloren. Aus Industriekreisen ist zu hören, dass das Verteidigungsministerium den Aufbau eines kleinen Mobilfunknetzes in Bagdad für etwa 10.000 Benutzer [Militärs, bestimmte Hilfsorganisationen und irakische Spitzenbeamte] plane. Das Pentagon äußerte sich zu diesen Gerüchten bisher nicht.

Der republikanische Abgeordnete Issa, der sich als "high tech businessman" und "electronics industry leader" bezeichnet, hat sich derweil anderen Themen zugewandt, da sein Gesetzesvorschlag gegen das "inakzeptable französische GSM" keine Aussicht auf Erfolg hat.