10.05.2003

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Bildquelle: APA

Mediales Nachrüsten im Irak

Während sich zahlreiche Technologieformen bereits Gedanken über mögliche Aufbauarbeit im Irak machen, greifen die Bewohner unterdessen zur Eigeninitiative.

Nachdem über zehn Jahre lang Satellitenschüssel im Irak verboten waren, rüsten die Iraker nun nach. Die Schüsseln und Receiver kommen aus Nachbarstaaten wie Jordanien, Syrien und dem von Kurden kontrollierten Norden des Iraks und werden in Shops, die vor kurzem noch Uhren, Lampen oder Lebensmittel feilgeboten haben, aber aus Autos heraus verkauft.

Für irakische Verhältnisse sind die System extrem teuer, bei Preisen zwischen 150 bis 400 USD und Monatgehälter von 4 USD für Lehrer und 20 USD für Ärzte. Doch die Aussicht auf unkontrollierte und unzensurierte Unterhaltung und Nachrichten bringt manche sogar dazu ihr Auto oder Vieh zu verkaufen um genug Geld zusammenzubringen.

Verbotene Technologie

Unter Saddam Hussein war der Besitz einer Satellitenschüssel verboten und wurde mit Strafen bis zu 180 USD, sechs Monaten Gefängnis und der Konfiszierung der Geräte geahndet. Manche haben ihre Schüsseln daher unter Plastiktaschen oder hinter Büschen versteckt oder sie nur in der Nacht aufgestellt.

Die Favoriten unter den Kanälen sollen die arabischsprachigen Unterhaltungs- und Newssender wie der ägyptische NileSat, Al-Jazira und jordanische und iranische Kanäle sein, die auch mit kleineren Schüsseln empfangen werden können.

Eines der wertvollsten Besitzstücke im informationstechnologisch momentan nicht existenten Land Irak ist ein Thuraya-Satelliten-Handy aus dem benachbarten Dubai.

Für ihre Besitzer werfen diese raren Teile nämlich bares Geld ab, weil die Telefonnetze im Irak nach wie vor nicht funktionieren. Die wenigsten Irakis können sich freilich Minutentarife von zehn US-Dollar leisten.

Fünf USD für eine Stunde surfen

"Salam Pax", der letzte Weblogger aus Bagdad, berichtet auch von den ersten öffentlichen Angebote für den E-Mail-Empfang und -Versand, wobei Preise von fünf USD für eine Stunde Surfen wohl jenseits des für viele Leistbaren liegen dürften. Da jedoch die Zahl der Angebote steigt hofft er, dass die Preise demnächst fallen werden.

Zudem erzählt der Blogger von Telefondiensten des Roten Kreuzes und einer NGO [Non-governmental Organization] namens Communication sans frontiers die den Bewohnern im Irak ermöglichen mit ihren Verwandten zu telefonieren.

Einige TV-Sender wie Al-Jazira lassen die Bewohner laut "Salam Pax" zudem ihre Verwandten per TV grüßen, die hoffen, dass sie ihnen damit zumindest eine Nachricht zukommen lassen können.