"Blogger aus Bagdad" meldet sich zurück
Seit September des Vorjahres und bis kurz nach Kriegsbeginn führte jemand unter dem Nickname "Salam Pax" einen Weblog direkt aus Bagdad.
Nachdem der ohnehin schon bekannte Weblog kurz vor dem Krieg weltweit in den Medien gehypt wurde, verstummte "Salam Pax" nach dem 24. März gezwungermaßen, weil die Telefon-Infrastruktur in Bagdad durch die US-Bombardements zerstört worden war.
Seitdem herrschte Rätselraten darüber, ob und wie der Blogger den Krieg überlebt hat, bis er sich Mittwochnacht mit einem ausführlichen Bericht wieder zu Wort meldete.
Verschwörungstheorien
"Salam Pax" erfuhr zu Beginn des Irak-Krieges einen rasant wachsenden Bekanntheitsgrad. Doch mit der Popularität stiegen auch die Zweifel an seiner Authentizität.
Viele Leser meinten, "Salam Pax" sei nicht mehr als ein Hoax der CIA oder des israelischen Geheimdienstes Mossad.
Dem Blogger selbst waren diese Spekulationen aber immer herzlich egal: Wenn jemand seine Authentizität anzweifle, solle er doch einfach seinen Blogg nicht lesen, meinte "Salam Pax".
Der letzte Weblog aus BagdadMagazin versprach Hintergrund
In Österreich erlebte der Trubel um "Salam Pax" einen denkwürdigen Höhepunkt, als das "Format" ankündigte, die Identität des "letzten Bloggers aus Bagdad" zu enthüllen, und dazu sogar ein Foto versprach.
Das Bild war allerdings nichts sagend, Details zur Person wurden ebenfalls nicht genannt, "um die Sicherheit des Bloggers nicht zu gefährden". Auf eine allfällige Nachfolge-Story darf man also gespannt sein.
Alles über "Salam Pax" exklusiv im "Format"Erstes Internet-Cafe in Bagdad
"Salam Pax" berichtet jetzt nicht nur von seinen Kriegserlebnissen, sondern auch von den - an dieser Stelle schon erwähnten - sündhaft teuren Telefonaten via Sat-Handys, die derzeit auf Bagdads Straßen angeboten werden.
Dazu erwähnt er aber auch erste öffentliche Angebote für den E-Mail-Empfang und -Versand, wobei auch hier die Preise noch exorbitant sein dürften.
"Salam Pax" kündigt dabei an, falls er sich den Versand zukünftig leisten könne, seinen Blog wieder regelmäßig updaten zu wollen.
Eines der wertvollsten Besitzstücke im informationstechnologisch momentan nicht existenten Land Irak ist ein Thuraya-Satelliten-Handy aus dem benachbarten Dubai. Für ihre Besitzer werfen diese raren Stücke nämlich bares Geld ab, weil die Telefonnetze im Irak nach wie vor nicht funktionieren.
Goldgrube Satellitenhandys
