Telekom Austria setzt ganz auf Services
Die Telekom Austria (TA) hat in den letzten zwei Monate dank ihres Kombipakets seit langer Zeit wieder Kunden gewonnen. Für den neuen TA-Festnetzschef Hannes Ametsreiter ist das kein anhaltender Trend. Er will mit neuen Geschäftsfeldern für Umsatz sorgen.
Im November und Dezember 2008 stieg die Zahl der Festnetzkunden der TA um 30 beziehungsweise 2.600 Kunden, gab die TA am Donnerstag bekannt.
Das ist zwar kein Ausgleich für die 600.000 Festnetzkunden, die die TA in den letzten fünf Jahren in Summe verloren hat, trotzdem scheint der große Schwund im Moment etwas eingedämmt zu sein: 2008 fiel die Zahl der Festnetzanschlüsse um 97.600, 2007 waren es noch 224.500. Die Situation im Festnetz bleibe schwierig, auch international, so Ametsreiter.
Insgesamt habe die TA Ende 2008 818.900 (plus 153.700) Breitband-Retail- und 66.800 (minus 18.600) Breitband-Wholesale-Kunden gehabt.
Kombiangebot für Geschäftskunden
Vor allem im Privatkundenbereich würden viele das Festnetz abmelden und komplett auf Mobilfunk umsteigen, so Ametsreiter, im Geschäftskundenbereich hingegen würden klassische Festnetznummern un die Dienste dazu immer noch gebraucht.
Daher soll auch im Geschäftskundenbereich demnächst ein dem Kombipaket, einer Kombination aus Festnetz, Mobilfunk und Breitband-Internet, die sich 2008 334.800-mal verkauft hat, vergleichbares Angebot folgen. Auch das Kombipaket selbst soll nach seinem Auslaufen am 20. Jänner noch einmal neu aufgelegt werden und so den Kundenschwund eindämmen.
TA als "Medienanbieter"
Viel verspricht sich die TA auch von ihren Zusatzservices wie aonAlarm und aonTV, das von 2007 auf 2008 um 205 Prozent zulegen konnte und nun 63.800 Nutzer zählt. Die TA werde zunehmend zum "Medienanbieter", so Ametsreiter mit Verweis auf 112.000 im Dezember via aonTV verkaufte Videos.
Die TA versteht unter dem Begriff NGN sowohl die dahinterliegende Technologie (NGN-Plattform) als auch den Zugang (NGN-Access).
"Startklar" für NGN
Abseits davon zeigte sich Ametsreiter mit der heimischen Regulierungsbehörde beziehungsweise der Regulierung des österreichischen Marktes weiterhin unzufrieden, auch die Politik nahm Ametsreiter in die Pflicht: Die TA sei startklar für NGN (Next Generation Network), es würden aber die Rahmenbedingungen fehlen. Dazu brauche es eine Willensbildung der Politik und des Regulators - hier würden allerdings Gespräche schon laufen, so Ametsreiter.
Vollausbau nur mit Hilfe des Staates
Sollte die Bedingungen für die TA passen, alos geklärt ist, wer und wie viel für die Mitbenutzung eines noch zu bauenden Glasfasernetzes zahlt, sei sie auch bereit, ohne staatlicher Finanzhilfe ein solches Netz aufzubauen, allerdings nicht bis in den letzten Winkel, so Ametsreiter. Das würde sich finanziell nicht auszahlen. So der politische Wille da sei, müsste für einen Vollausbau vonseiten des Landes Österreich Geld bereitgestellt werden. Grundsätzlich wolle sich die TA mit dem Thema NGN 2009 intensiv beschäftigen.
In puncto des vor Weihnachten abgesagten Personalabbaus bei der TA bis 2010 gelte der Stand von Dezember. Auch Kurzarbeit sei "derzeit kein Diskussionspunkt im Unternehmen".
(APA/futurezone)
